Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml besichtigt Klinik-Baustelle

„Einzigartig, was hier entsteht“

von Redaktion

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml ist begeistert davon, was auf dem Hügel über der Stadt Wasserburg entsteht. Bezirk Oberbayern und Romed-Klinikverbund bauen ein gemeinsames Klinikum. Kosten: rund 250 Millionen Euro.

Wasserburg – „Es ist einzigartig, was hier entsteht“, attestiert die Staatsministerin den Bauherren im Nieselregen an der Großbaustelle. Dr. Theo Danzl, Geschäftsführer des kbo-Inn-Salzach-Klinikums (ISK), und Günther Pfaffeneder, Geschäftsführer der Romed-Kliniken, hören es mit Freude. Melanie Huml findet es spannend, dass sich die beiden Häuser zusammengetan haben. Denn als studierte Ärztin kann sie die vielen Synergieeffekte, die sich daraus ergeben, beurteilen. Ob die Innere für einen Patienten ein psychiatrisches Gutachten braucht oder die Psychiater einen Patienten beim Internisten durchchecken lassen wollen – das wird künftig alles unter einem Dach und damit schneller möglich sein. Und kommt damit den Patienten zugute.

„Wasserburg kann und soll zu einem Pilotprojekt werden“, fügt Landtagsabgeordneter Otto Lederer an. So sieht das offenbar auch das bayerische Kabinett: Von gut 640 Millionen Euro an Zuschüssen im Gesundheitssektor gehen etwa 100 Millionen nach Wasserburg. Und das nur für die 2018 und 2019 anstehenden Arbeiten. Weitere Mittel seien durchaus vorgesehen, erklärt die Ministerin.

Diese Woche begann der Aushub der Baugrube für die neue Großklinik. Rund 100000 Kubikmeter Erdreich sind es allein für den ersten Bauabschnitt, der das Allgemeinkrankenhaus, das gemeinsame Zentralgebäude und den ersten von vier Pavillons des ISK umfasst. „Die Baugrube wird 13 Meter tief und geht bis auf drei Meter an die bestehende Neurologie heran“, erklärt Danzl der Ministerin. Der Blick in die Berge, den die Patienten haben, war gestern leider nicht gegeben. „Sehr beeindruckend, was hier entsteht“, fand Melanie Huml dennoch, „bauen in dieser Dimension tun wir auch nicht überall.“

Mitte 2016 sei im Stadtrat die „historische Entscheidung“ gefallen, so Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl damals, einen Bebauungsplan für ein gemeinsames Klinikum aufzustellen. Ideen in diese Richtung gab es schon länger, noch im letzten Jahrtausend fanden erste Überlegungen statt. Die scheiterten damals noch am Geld.

Konkreter wurde es 2009/ 2010 nach dem Zusammenschluss der Kliniken des Landkreises und der Stadt Rosenheim. Bei der Prüfung der Sanierung der 1964 gebauten Kreisklinik Wasserburg stellte sich heraus, dass ein Neubau wirtschaftlicher wäre. Nach Gesprächen mit den Verantwortlichen vom Inn-Salzach-Klinikum stand fest: Wir bauen ein gemeinsames Großklinikum.

Dort, wo heute das Schwesternwohnheim in den Himmel ragt und die Pflegeschule ihr Gebäude hat, wird der lange Riegel des Kreiskrankenhauses mit Chirurgie, Innerer Medizin und Gynäkologie/Geburtshilfe sowie den dazugehörigen Parkplätzen entstehen. In einem Zentralgebäude sind Pforte, Cafeteria, Labore, Röntgen und andere gemeinsam genutzte Räume untergebracht. Daran schließen sich die vier Pavillons der Psychiatrie/ Psychologie und der Neurologie an. Nur die Hochsicherheits-Forensik bleibt, wo sie ist.

900 Betten werden es sein, 1500 Mitarbeiter von der Raumpflegerin bis zum Geschäftsführer werden dort arbeiten. Allerdings später als geplant: Die Baustelle hinkt dem Zeitplan etwa ein Jahr hinterher. Wegen hoher Kosten für die Entsorgung des Erdaushubs musste umgeplant werden. Nun wird mit dem Material in Gabersee Gelände modelliert. Ende 2021 wird voraussichtlich der letzte Abschnitt begonnen. Das Ende der Arbeiten ist für 2022/2023 geplant.

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