Dr. Claudia Trübsbach, Kulturmanagerin

von Redaktion

Wie würden Sie einem Kind Ihren Beruf erklären?

Ich mache Menschen glücklich, indem ich sie einlade, in einem prächtigen alten Schloss schöne Musik zu hören oder zu spielen.

Welchen Traumberuf hatten Sie als Zehnjährige?

Ärztin.

Wie sieht Ihr persönlicher Traum vom Glück aus?

Den Traum habe ich nicht. Glück ist nichts Dauerhaftes und sehr zerbrechlich. Aber ich erlebe Glück in vielen, zumeist unspektakulären Momenten.

Mit wem würden Sie gern ein Wochenende auf einer einsamen Insel verbringen?

Mit meinen Kindern und kleinen Enkeln. Dann wäre die Insel allerdings nicht mehr einsam.

Über welche Nichtigkeiten können Sie sich ärgern?

Wenn Autofahrer beim Verlassen des Kreisverkehrs nicht blinken, dadurch die anderen Fahrer zum unnötigen Warten zwingen und den Verkehr aufhalten.

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Was fällt Ihnen zu den

folgenden Stichwörtern ein?

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Wasser und Brot

Herrlich, wenn man hungrig und durstig ist.

Heimat

Habe ich im eigentlichen Sinn nicht. Ich war ein Flüchtlingskind und habe auch später an zu vielen verschiedenen Orten gelebt. Aber seit 35 Jahren fühle ich mich, abgesehen von der momentanen politischen Situation, in meiner Wahlheimat Bayern sehr wohl.

Alt und Jung

Gehören zusammen und ergänzen sich ganz natürlich.

Eltern

Sind für ihre Kinder ungeheuer wichtig.

Sieg und Niederlage

Gehören beide gleichermaßen zum Leben.

Erste Liebe

Er hieß Rainer und war genauso alt wie ich: acht. Selbstverständlich wollten wir heiraten und Kinder haben. Aber dann zog seine Familie weg, und so hatte ich mit neun schon meinen ersten Liebeskummer.

Gott

Finde ich in der Natur, in der Liebe und in besonderen Momenten in der Kunst, vor allem in der Musik.

Grabstein

Alte Grabsteine sehe ich mir gerne an. Mir würde ein abgeschliffener Flussfindling in einer Blumenwiese gefallen.

Coca-Cola

Mag ich nicht.

Mein Haus, mein Auto, meine Yacht

Haben als Statussymbole keinerlei Bedeutung für mich.

Lebensmotto

Ein Satz von Count Basie, dem legendären Pianisten und Bandleader: „Don‘t worry. Nothing will be alright anyway“ (Mach dir nichts draus. Nichts wird jemals in Ordnung sein). Für mich mit leichtem Hang zum Perfektionismus ein wunderbarer Spruch.

Interview: Rainer W. Janka

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Zur Person

Dr. Claudia Trübsbach wurde 1942 in Chemnitz geboren. Sie hat in Wien und Berlin Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie studiert, arbeitete als Journalistin und kam 1983 nach München als Leiterin der Kulturabteilung der Münchener Volkshochschule. 20 Jahre lang initiierte sie hier Projekte mit bedeutenden Münchener Kultureinrichtungen. 2002 rief sie die „InselKonzerte“ ins Leben, die sie seit 17 Jahren künstlerisch und organisatorisch leitet.

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