Rosenheim – Die Rechnung scheint einfach: Sprache plus Arbeit ist gleich Integration. Wer die deutsche Sprache nicht oder nur schlecht beherrscht, hat wiederum wenig Aussicht auf einen Job. Doch mit einem allgemeinen Basiswortschatz allein ist es meist nicht getan. Denn Deutsch ist nicht gleich Deutsch.
Hier setzt das Projekt „Jobcoaching mit berufsbezogener Sprachförderung“ an, das der Verein „Pro Arbeit Rosenheim e.V.“ in Kooperation mit den Jobcentern für die Stadt und den Landkreis Rosenheim ins Leben gerufen hat. Seit Dezember haben 27 junge Frauen und Männer mit ganz unterschiedlichen Sprachniveaus an der auf fünf Monate ausgelegten Maßnahme teilgenommen und sich so eine Basis geschaffen für eine spätere Beschäftigung; zwölf konnten bereits in eine Arbeits- beziehungsweise Ausbildungsstelle vermittelt werden. „Das ist nicht zuletzt auf die gute und intensive Zusammenarbeit mit den Jobcentern zurückzuführen, die auch einen entscheidenden Finanzierungsanteil tragen“, sind Sarah Zepezauer-Miniati und Dennis Wiese, die Projektleiter bei „Pro Arbeit“, überzeugt.
An vier Tagen in der Woche verbessern die Teilnehmer, die aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturkreisen stammen, in Kleingruppen ihr Deutsch. Auf dem Programm steht berufsbezogenes Vokabular: Geübt werden etwa Telefonieren und Grundbegriffe aus der Mathematik.
Davon hat nicht nur der 23-jährige Fensterbauer aus Syrien profitiert, der eine Helferstelle in seinem alten Metier gefunden hat. Auch sein 24-jähriger Landsmann, der nun als Zusteller bei der Post arbeitet, wurde hier für den Job sprachlich fit gemacht. Ebenso wie ein Afghane, der die Berufsintegrationsklasse mit einer Eins abgeschlossen hat und sich für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker entschied. Meron Brhane Measho (24) aus Eritrea hat so den Berufseinstieg geschafft – er arbeitet als Küchenhelfer in Feulner’s Restaurant in der Therme Bad Aibling. Interessierte Betriebe erhalten in der Geschäftsstelle von „Pro Arbeit“ unter der Rufnummer 08031/8069630 Auskünfte. re