München/Rosenheim – Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder erinnerte im Beisein seiner Vorgänger Edmund Stoiber und Günter Beckstein an die Entwicklung Bayerns vom vormals belächelten Agrarvolk zum nunmehr führenden und beneideten Bundesland, das weltweit gut vernetzt sei und er sagte dazu: „Der Wind, der durch Europa weht, den spüren wir auch in Bayern, doch brauchen wir keine Gräben, sondern Brücken“.
Von den 13 Millionen Bayern ist eine große Anzahl in Ehrenämtern tätig. Darauf kam eine von Anouschka Horn geleitete Gesprächsrunde zu sprechen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm würdigte besonders den Bayernbund, der durch den stellvertretenden Landesvorsitzenden Christian Glas aus Eggstätt vertreten war. Die Ziele des Bayernbundes seien die Vermittlung von Geschichte und Sprache. Stamm ergänzte dies mit dem Satz: „Der Dialekt gehört zur Bildungspolitik und der Bayernbund hat für die Kindergärten und für die Schulen ein einzigartiges Lehrbuch herausgegeben. Wir brauchen in Bayern nicht nur ein digitales Klassenzimmer, sondern auch die Vermittlung von Rücksichtnahme.“
Professor Dr. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München, erinnerte daran, dass die Naturwissenschaften vor 250 Jahren in Klöstern entstanden sind und dass ein stabiles Wertegefüge Voraussetzung sei, um andere besser zu verstehen. Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München und gebürtig aus Baden-Württemberg, erklärte sein Gefühl, wenn er von seinen vielen Reisen wieder nach Bayern heimkomme und sich dann zu Hause fühle. Und Biathlon-Star Magdalena Neuner aus Garmisch-Partenkirchen bestätigte dieses Wohlgefühl in Verbundenheit mit der Anziehungskraft der Berge. Maximilianeum-Stipendiatin Theresa List würdigte nach Auslandsaufenthalten in Japan, Amerika und Afrika die Herzlichkeit, das Landschaftsbild und das Bildungssystem in Bayern.
Bei der Preisverleihung „100 Jahre Freistaat – Unsere Heimat Bayern“ erhielten stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen in Bayern die Dachverbände Bayerischer Trachtenverband, Bund der Bayerischen Gebirgsschützen, Landesfeuerwehrverband Bayern, Bayerischer Blasmusikverband und Bayerischer Sportschützenbund aus der Hand von Ministerpräsident Söder eine Urkunde und eine Standarte. „Oben bleiben ist bayerisches Ziel, das ist nicht einfach, aber mit Zusammenhalt schaffen wir das“.
Die Jubiläumsfeier wurde vom Blasmusikorchester Volkach musikalisch gestaltet sowie mit Filmbeiträgen von Joseph Vilsmaier und vom Haus der Bayerischen Geschichte bereichert. In Grußbotschaften auf der Leinwand würdigten die vormaligen Ministerpräsidenten Günter Beckstein, Edmund Stoiber und Horst Seehofer die Leistungen des bayerischen Volkes in den vergangenen 100 Jahren.
Grußbotschaft
von der Kanzlerin
In einer weiteren Film-Botschaft sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Meinerseits bin ich immer mit Freude in Bayern und da halte ich es mit Ludwig Thoma, der einst sagte: mach nur die Augen auf, es ist überall schön“. Zugleich erinnerte die Kanzlerin daran, dass vor genau 70 Jahren auf Herrenchiemsee die Verfassung für die Bundesrepublik Deutschland entworfen worden ist und dass Bayern durch seine Weiterentwicklung und seine Tradition Weltruf genieße.
Der Festakt endete mit einem Empfang, der Gelegenheiten zum Gespräch bot.