EKD nimmt Nikolauskirche in Wanderausstellung auf

Gotteshaus bundesweit im Fokus

von Redaktion

Was für ein Symbol gelebter Ökumene: Das Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) hat die katholische Pfarrkirche St.Nikolaus in Rosenheim für eine deutschlandweite Ausstellungsreihe ausgewählt. Eine große Ehre, findet Stadtpfarrer Andreas Maria Zach.

Rosenheim – „Es ist ein starkes ökumenisches Zeichen“, freut sich auch die evangelische Dekanin Hanna Wirth. Sie ist Hausherrin der Erlöserkirche in Rosenheim, die nur wenige Meter von der ausgewählten katholischen Stadtpfarrkirche entfernt liegt.

Nicht nur räumlich sind katholische und evangelische Christen in Rosenheim eng beieinander, auch inhaltlich arbeiten die Kirchengemeinden oft zusammen – unter anderem im Arbeitskreis christlicher Kirchen, der in Rosenheim einen intensiven Dialog auch mit anderen Glaubensgemeinschaften führt. Ökumenische Gottesdienste und gemeinsame Aktionen gehören zum Alltag. Unter anderem begeben sich katholische und evangelische Christen einmal im Jahr gemeinsam auf den Friedensweg.

Jetzt rückt diese gelebte Ökumene sogar bundesweit in den Fokus: Denn die katholische Stadtpfarrkirche, markanter Mittelpunkt in der Altstadt von Rosenheim, ist als einzige Nikolaikirche in Bayern Teil einer Wanderausstellung der EKD zum ersten Europäischen Kulturerbejahr, die sich der Person des Bischofs von Myra widmet. „Bemerkenswert“ findet das Hausherr Pfarrer Zach, der von der Evangelischen Kirche Deutschlands um Mitwirkung gebeten wurde und diese Chance gerne wahrgenommen hat. Was Zach besonders freut: Die Ausstellung wird am heutigen Dienstag um 19 Uhr im Gotteshaus am Ludwigsplatz eröffnet. Sie ist keine starre Präsentation, sondern widmet sich auch kreativ dem Namen Nikolaus – unter den Themenbereichen „Heimat, Erbe, Identität“. Auf bedruckten Kartons werden unterschiedliche Darstellungen des Heiligen in der Kunst- und Kulturgeschichte gezeigt – vom Retter in Not geratener Seeleute bis hin zum Beschützer der Schüler.

In Rosenheim ist St. Nikolaus auch am barocken Hochaltar der 1315 erstmals erwähnten Kirche in der Altstadt dargestellt. Sie wurde nach zwei Stadtbränden im 15. und 17. Jahrhundert wieder aufgebaut und Ende des 19. Jahrhunderts erweitert.

Die Ausstellung unter dem Motto „Bei Deinem Namen genannt: Nikolaus“ wird im Rahmen einer Feier eröffnet, die unter anderem von deren Kurator und Initiator, dem Kunsthistoriker Klaus-Martin Bresgott vom Kulturbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland, gestaltet wird.

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