Rosenheim – Gesund leben und ausgewogen essen: Was sich einfach anhört, ist im Alltag oft schwer umzusetzen. Denn bei einem vollen Terminkalender bleibt selten Zeit für sportliche Aktivitäten. Fertigprodukte sind schnell aufgewärmt. Die Folgen eines solchen Lebensstils sind allerdings gravierend. Das gilt insbesondere für die ältere Generation. Deswegen hat das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim nun das Programm „Netzwerk Generation 55plus – Ernährung und Bewegung“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Erwachsene ab 55 Jahren durch gesundheitsfördernde Angebote zu einer ausgewogenen Ernährung und mehr Bewegung zu motivieren.
„Die Ernährung in unserer Gesellschaft ist oftmals zu energiereich bei niedriger Nährstoffdichte“, erklärt Dr. Anja Mayr, Diplom-Ökotrophologin und Projektverantwortliche beim AELF. Konkret würden zu viele fett- und zuckerreiche Produkte verzehrt, die aber kaum Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe enthielten. Kombiniert mit Bewegungsmangel, sei das Risiko für Übergewicht erhöht. Noch problematischer werde das bei älteren Menschen: „Bei der älteren Generation ist der Nährstoffbedarf im Verhältnis zum Energiebedarf erhöht. Durch einseitige oder hochkalorische Ernährung kann es zudem zu Mangelerscheinungen kommen“, erklärt Mayr. Mangelnde Bewegung verschlechtere den Allgemeinzustand, führe zu Immobilität und Pflegebedürftigkeit.
Die Kurse des Netzwerks möchten praktische Anregungen geben, wie gesunde Ernährung und mehr Bewegung ganz leicht im Alltag umsetzbar sind. Das Programm, das mit lokalen Kooperationspartnern erstellt wurde, umfasst Vorträge wie „Herzgesunde Ernährung“, praktische Kurse wie „Kochen für Männer ab 55“ oder Impulsangebote wie „In Balance bleiben“.
Wie man seine Knochen mit Kraft und Balance stärken kann, das zeigt die Gesundheitsmanagerin Lena Pietsch unter anderem. „Ausreichend Bewegung ist der Schlüssel zu starken Knochen, Gelenken und einem vitalen Herz“, betont sie. Doch oft führten die natürlichen Alterserscheinungen bei Senioren dazu, körperliche Anstrengungen gänzlich zu vermeiden. „Ein Teufelskreis! Denn nur, wenn der Körper durch aktives Training gefordert und gefördert wird, kann man Abbauerscheinungen effektiv entgegenwirken“, erklärt Pietsch. Mit einem trainierten Körper mindere man die Wahrscheinlichkeit, zu stürzen, und man regeneriere schneller. Regelmäßige körperliche Tätigkeit sei ein wichtiger Baustein, um Alterskrankheiten wie Arthritis, Demenz oder Herzproblemen vorzubeugen. Die Gesundheitsmanagerin ist überzeugt: „Viele gesundheitsfördernde Aktivitäten können ganz einfach in den Alltag integriert werden.“ Die nötigen Infos dazu möchte sie in ihren Vorträgen vermitteln. Dazu kommen aktive Bewegungsphasen, um die Übungen gleich auszuprobieren. „Ich möchte zeigen, dass Sport Spaß machen kann und in jedem Alter und jedem Fitnesszustand möglich ist“, betont sie.
Die Auftaktveranstaltung des Netzwerks findet am heutigen Mittwoch um 14 Uhr im AELF statt. Eingeladen sind alle Interessierten sowie Personen und Institutionen, die in Kontakt zur Generation 55plus stehen oder im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention aktiv sind. Die Kurse beginnen im Oktober. Einen Überblick über das Angebot gibt es im Internet unter www.aelf-ro.bayern.de/generation55plus. Anmeldungen nimmt Dr. Anja Mayr unter der Telefonnummer 08031/ 3004209 oder per Mail an Anja.Mayr@aelf-ro.bayern.de entgegen.