Lärmschutz entlang des Brennerzulaufs

Kabinett will „Tiroler Standard“

von Redaktion

Die Staatsregierung gibt den Menschen, die vom Ausbau des Nordzulaufs zum künftigen Brennerbasistunnel (BBT) auf bayerischer Seite betroffen sind, ein Versprechen. Sie will darauf achten, „dass der Lärmschutz in Bayern nicht niedriger sein wird als in Tirol“.

Rosenheim/München – „Tiroler Standard“: Ein Begriff, der in Diskussionen um den notwendigen Lärmschutz entlang der zum BBT führenden Bestandsstrecke und einer eventuell notwendigen zweigleisigen Neubaustrecke auf bayerische Seite in der Vergangenheit nicht nur einmal fiel. Dass er für die Betroffenen mit Leben erfüllt werden muss, darin war sich das Kabinett bei seiner gestrigen Sitzung in München einig. Wert legt die Staatsregierung außerdem darauf, „diese wichtige Infrastruktur im Einklang mit den Betroffenen zu errichten“. So hatte sich Verkehrsministerin Ilse Aigner laut Protokoll in der Kabinettssitzung geäußert. Einig war sich die Ministerriege, den Bürgerdialog zu forcieren.

Zur Sitzung war auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer gekommen. Er und der Ministerrat waren sich einig: „Bayern und der Bund arbeiten Hand in Hand für die bestmögliche Verkehrsinfrastruktur.“ Ilse Aigner hob noch einmal die Absicht der Staatsregierung hervor, mehr Güter auf die Schiene zu holen, um das Wachstum im Güterverkehr zu bewältigen. „Der Lärmschutz ist der Schlüssel für die Akzeptanz auf Bestandsstrecken und für den notwendigen Bau des Brenner-Nordzulaufs“, so die Überzeugung der Ministerin.

Die Staastsregierung geht davon aus, dass der Güterverkehr in Bayern bis 2030 voraussichtlich um 41 Prozent steigen wird. Bayern will den Zuwachs der Lkw-Fahrten auf der Straße stoppen und den Anteil der Waren, die auf dem Schienenweg über die Alpen gebracht werden, jährlich um zehn Prozent steigern. Ilse Aigner erteilte den Blockabfertigungen, die das Bundesland Tirol seit einiger Zeit zur Drosselung des Lkw-Verkehrs vornimmt, erneut eine deutliche Absage. „Gegen Probleme im Alpentransit helfen keine Restriktionen wie die Tiroler Blockabfertigung, sondern nur intelligente Lösungen für einen kombinierten Verkehr.“ Der Brenner-Transit sei für Bayern dabei von besonderer Bedeutung. Während Tirol weitere Einschränkungen vornehmen wolle, setze Bayern im Gegensatz dazu auf einen Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene.

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