von Redaktion

Stimmen der Kandidaten in den beiden Rosenheimer Stimmkreisen

Sieger und Verlierer

Rosenheim Daniel Artmann (CSU): „Ich stecke meinen Kopf nicht in den Sand“, sagt der CSU-Listenkandidat, der es wohl nicht in den Landtag schaffen wird. „Ich werde als Vertreter der jungen Generation weiterkämpfen.“ Artmann, auch Vorsitzender der Jungen Union Oberbayern, fordert eine „schonungslose Analyse“ des schlechten Ergebnisses. „Es ist jedoch zu kurz gefasst, jetzt einen Kopf zu fordern.“ Bei der Aufarbeitung dürfe es nicht nur um Personen gehen, „wir müssen auch an unserer Kommunikation arbeiten.“ Es sei nicht gelungen, die Erfolge Bayerns, das europaweit am besten dastehende Bundesland, zu vermitteln. Artmann ist deshalb überzeugt: „Wir müssen zurück zu den Stammtischen, wieder mehr zuhören und erklären.“

Alexandra Burgmaier (SPD): „Wir waren nach den Prognosen auf ein schlechtes Ergebnis vorbereitet und hatten uns darauf eingestellt. Trotzdem ist die Enttäuschung natürlich groß. So ein schlechtes Ergebnis wollen wir nie wieder einfahren.“ Einen Erklärungsversuch will die Direktkandidatin für Rosenheim-West auf später verschieben. Nur eins steht für sie bereits heute fest: „Die Großwetterlage in der Großen Koalition in Berlin ist mit Sicherheit ein Beeinflussungsfaktor für die Wahl gewesen.“

Britta Promann (SPD): „Erschreckend“ nannte die SPD-Kandidatin für den Wahlbezirk Rosenheim-Ost, das Ergebnis ihrer Partei. „Uns war nach den Prognosen klar, dass wir nicht gut abschneiden würden, aber diese Zahlen haben uns alle enttäuscht.“ Die Ursache sieht Promann in der Bundespolitik: „Der Wind aus Berlin ist uns stark entgegengeblasen.“ Aufgeben will sie aber nicht: „Wir glauben, unsere Ideen und unsere Werte sind die richtigen, wir müssen sie nur besser verkaufen.“

Leonhard Hinterholzer (Grüne): „Zweistärkste Kraft: Das ist ein Riesenerfolg. Dieses Ergebnis hätten wir vor einem Jahr nicht erwartet.“ Als Grund für den Wahlerfolg hat der Direktkandidat in Rosenheim-Ost die Kontinuität der Grünen bei Umweltthemen ausgemacht, die den Menschen immer wichtiger würden. „Hier haben wir eine hohe Kompetenz“. Außerdem: „Unsere Spitzenkandidaten sind als dynamische junge Politiker gut rübergekommen.“

Mary Fischer (Freie Wähler): „Wir haben uns 10 plus x gewünscht, und jetzt sind wir natürlich sehr glücklich, vor allem weil eine Koalition mit der CSU in greifbare Nähe gerückt ist.“ Fischer ist vorsichtig optimistisch: „Wir sind eine bürgerliche Kraft und haben Schnittmengen mit der CSU. Das könnte was werden.“ Werden könnte es auch etwas mit einem Landtagsmandat für sie: „Das wird sich aber erst am Dienstag herausstellen, wenn ganz Bayern endgültig ausgezählt ist.“

Michael Linnerer (FDP): Als Linnerer der Anruf der OVB-Heimatzeitungen erreicht, steht seine Partei Hochrechnungen zufolge bei 5,0 Prozent. „Wir zittern wohl noch eine Weile“, sagt der Raublinger. Die FDP sieht er als Sieger – sofern sich die Prognose bestätigt. Mit seinem persönlichen Ergebnis, 7,02 Prozent der Erststimmen in seiner Heimatgemeinde, ist Linnerer zufrieden. „Das ist mehr als der Partei-Durchschnitt.“

Andreas Winhart (AfD): „Ich bin sehr zufrieden. Aus dem Stand in Bayern auf ein zweistelliges Ergebnis zu kommen – das schafft nicht jeder. Die Ergebnisse in den Rosenheimer Stimmkreisen können sich sehen lassen. Die AfD könnte jetzt bayernweit 23 oder 24 Mandate bekommen, davon etwa sieben oder acht für Oberbayern. Da hoffe ich, dass es für mich auf Listenplatz 5 gereicht hat.“

Christian Peiker (Die Linke): „Die Stimmung ist etwas gebremst“, kommentierte Christian Peiker, Direktkandidat der Linken im Stimmkreis Rosenheim-West, die Tatsache, dass seine Partei den Einzug in den Landtag verpasst hat. „Wir bleiben aber am Ball“, verspricht der Politiker.

duc, bhu, ske, ku, mw

Stimmkreis Rosenheim Ost

Stimmkreis Rosenheim West

Stimmkreis Miesbach

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