Von nix kommt nix

von Redaktion

Kommentar

Erinnern Sie sich noch? Es war in den siebziger Jahren, als Persil mit dem Slogan „Da weiß man, was man hat“ um die Gunst der deutschen Hausfrau kämpfte. Mit Erfolg: Wählerinnen und Wähler schätzen hierzulande klare Positionen. Umweltschutz und offene Grenzen? Grüne! Deutschland first und Grenzen dicht? AfD! Maß und Mitte? Freie Wähler! So einfach ist das Ganze natürlich nicht, aber die Kampagnen dieser drei Parteien hatten eine klare Linie. Und sie hatten damit durchschlagenden Erfolg.

Dagegen die Konkurrenz: Eine CSU, die im Zickzack durch Bayern und Berlin sauste, bis niemand mehr wusste, wofür die Partei steht. Dass die Rosenheimer Kandidaten noch tiefer stürzten, dazu wird es in den nächsten Tagen viele Fragen geben.

Eine SPD, die ihr furchtbares Ergebnis von 2013 noch mal halbierte. Das zeichnete sich in der Region schon lange ab. Der Niedergang begann mit dem Ende der Ära Bamberg-Schlosser, der ein heftiger Linksschwenk folgte. Warner gab es genug. Aber sie wurden nicht gehört, bestenfalls belächelt – zum Teil mit Parteiausschluss bedroht. Nicht wenige verließen die Partei freiwillig.

Auch die FDP darf sich nicht wundern, dass sie fast noch unter fünf Prozent gelandet wäre. Die Tatsache, dass sie in München Seite an Seite mit DKP und Roter Hilfe, mit Antifa und MLPD marschierte, versetzte viele traditionelle FDP-Wähler in Schockstarre. Da nützte es auch nichts, dass Christian Lindner sagte, seine Partei lehne Links- und Rechtsextremismus ab.

Spannende Frage jetzt: Wie werden sich die neuen Abgeordneten aus der Region im Landtag präsentieren? Martin Hagen ist kein Leichtmatrose, wirkt aber gelegentlich noch wie ein Steuermann ohne Kompass. Und die AfD? Sagen wir es mal so: Wer den Wahlkampf verfolgt hat, wird sich ein Bild gemacht haben. Leider ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dieses Bild richtig ist.

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