Apfelkrapfen, Apfelkiacherl, Auszogne und Co. gab es zum Naschen von den Bäuerinnen und Landfrauen.
Kurzzeitig „nebelig“ wurde es am Stand mit den frischen Steckerlfischen.
Bad Aibling – Die Stars des Marktes heißen Karneval, Topas, Boskoop, Mairac, Goldparmäne, Idared, Grafensteiner, Winterrambur Gala und Sternrenette. Sie stehen als Frucht kistenweise an den Ständen zum Verkauf. Über 200 Sorten gedeihen in Bad Feilnbach, das deshalb auch den Beinamen „bayerisch Meran“ hat. Aber auch die verschiedenen Folgeprodukte begeistern wieder den Besuchergaumen: Apfelbrot, Apfelsaft, Federweißer und duftende, frische Apfelkrapfen sowie Apfelkiacherl und und und.
Die Äste der Obstbäume hätten die Last vielen Früchte im Vorfeld teils gar nicht tragen können und hatten mit Latten abgestützt werden müssen. Der Ernteertrag 2018 wird auf rund 35000 Tonnen geschätzt. Das sind 15000 Tonnen mehr als noch im Vorjahr. „Die Erträge sind so gut wie seit 50 Jahren nicht mehr“, bescheinigte Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner erneut am gestrigen Sonntag. Er betonte dabei, dass Quantität keine Auswirkungen auf die Qualität der Produkte habe – „diese ist wie immer sehr hoch.“
Ökologischer
Anbau ist top
Für ihn war es der erste Apfelmarkt als Bürgermeister und umso stolzer war er auf „den größten und schönsten Apfelmarkt Bayerns“. Die einzigartigen Streuobstwiesen in der Kommune sowie der damit einhergehende rein ökologische Anbau sowie die Fürsorge der Obstbauern würden ein Markenzeichen von Bad Feilnbach und des Apfelmarktes sein.
Dass parallel dazu das Handwerk in der Region sein Können und seine Produkte präsentiert, ist seit 27 Jahren ein Erfolgsmodell. „Genießen, schauen und einkaufen“ ist das Motto auf dem Gelände. Dieses war heuer neu strukturiert. 60 Stände mehr und damit über 200 Aussteller waren auf dem Areal, welches ebenfalls großzügiger angelegt worden war, verteilt. Der Biergarten-Außenbereich erstreckte sich mittig vor dem Hauptzelt. Dort und auch drinnen war gerade zur Mittagsstunde kaum ein freier Platz mehr zu finden. In den Marktgassen drängten sich dicht an dicht die Gäste. Dennoch: Gelegenheit zum Verweilen und Schmökern blieb trotzdem.
Beliebtes Fotomotiv war wieder einmal die zwei Meter hohe Erntedankkrone sowie der Einsatz der historischen Obstpresse und der Genuss des dadurch fließenden frischen Apfelsaftes. Für die Kinder war der Vergnügungspark erweitert worden – vier Karussells gab es, darunter auch das umschwärmte Kettenkarussell. Selbst stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner hatte am Eröffnungstag daran nicht vorbeigehen können und mit ihren Kollegen aus der Landtags- und Bezirkspolitik eine Fahrt unternommen.
Trachtenkleidung, Holzkunst, Blumen, Zirbenholz- und Metallarbeiten sowie Dekorationsartikel gab es unter anderem ebenso wie Teppichweberei, Federkielstickerei und Schmiedevorführungen. Käse und Speck waren ebenfalls beliebte „Standziele“. Immer ein Blickfang ist die historische Dampfmaschine. Gleichzeitig ist der Apfelmarkt auch eine Informationsquelle für das örtliche Handwerk. Denn bei der Gewerbeschau im eigenen Zelt stellen die Bad Feilnbacher Betriebe nicht nur ihr Können, sondern auch ihre gesamte Bandbreite an Arbeiten aus. Diese Kombination aus Kultur, Landwirtschaft und Handwerk ist das Erfolgsrezept der Familie Kirner als Festwirte und sorgt regelmäßig für regelrechte Blechlawinen von der Autobahn kommend gen ausgewiesene Parkflächen.