CSU
Klaus Stöttner knackte bei den Erststimmen in seinem Stimmkreis Rosenheim-Ost in keiner einzigen Gemeinde mehr die 50 Prozent-Marke, Otto Lederer gelang dies im Westen nur in seiner Heimatgemeinde Tuntenhausen (51,2 Prozent). In Prutting, wo Stöttner wohnt, votierten 39,4 Prozent der Wähler für den Amtsinhaber. Sein bestes Ergebnis holte er in Eiselfing (45,3), sein schlechtestes in der Stadt Rosenheim (33,1). Otto Lederer schnitt in Wasserburg (28,5) am schlechtesten ab. Bei den Zweitstimmen für die Christsozialen gleicht das Bild im Osten dem der Erststimmen-Auswertung. Am meisten Vertrauen erhielt die Partei in Eiselfing (48,5), in der Stadt Rosenheim lag der Wert nur bei 35 Prozent. Im Westen wurde der Spitzenwert für die CSU mit 47,5 Prozent in Babensham registriert, in Wasserburg reichte es nur für 30,6 Prozent.
SPD
Die SPD blieb bei Erst- und Zweitstimmen in beiden Stimmkreisen nahezu ausnahmslos einstellig. Lediglich in Raubling, Heimatort der Direktkandidatin Alexandra Burgmaier, gab es mit 11,7 Prozent ein zweistelliges Ergebnis bei den Erststimmen. Bei den Zweitstimmen holte die SPD in Wasserburg 10,5 Prozent. In Samerberg stellten die Sozialdemokraten ihren absoluten Negativrekord auf: 3,3 Prozent bei Erst- und 4,2 Prozent bei den Zweitstimmen. In Frasdorf und Söchtenau wurde die SPD bei den Erst- und Zweitstimmen sogar noch von der Bayernpartei überholt, die nicht in den Landtag einzog.
Freie Wähler
Das Engagement von Mary Fischer gegen Gasbohrungen im Bereich der Chiemgauer Seenplatte zahlte sich in der betroffenen Region offenbar für die Sprecherin der Bürgerinitiative aus. In Rimsting holte sie 21,9 Prozent der Erststimmen, ihr bestes Ergebnis. In der Stadt Rosenheim musste sie sich mit 8,8 Prozent der Erststimmen begnügen. Eher mager ist das Abschneiden in der Gemeinde Chiemsee: Dort gab es zwar 9,2 Prozent Erststimmen, aber nur 5,7 Prozent Zweitstimmen. Im Westen erwies sich Flintsbach als Hochburg der Freien Wähler. Dort errangen sie 17,4 Prozent bei den Erst- und 12,1 Prozent bei den Zweitstimmen.
Grüne
Breitbrunn als Hochburg, Vogtareuth als schlechtes Pflaster: So sieht die Bilanz für Bündnis 90/Die Grünen im Stimmkreis Rosenheim Ost aus. Die Öko-Partei holte in Breitbrunn 26,7 Prozent der Erst- und 24,7 Prozent der Zweitstimmen. In Vogtareuth fiel der Anteil deutlich bescheidener aus: 13,4 beziehungsweise 13,1 Prozent. Eine Parallele dazu stellt der Stimmkreis Rosenheim-West dar – mit Wasserburg als Hochburg und Schechen als Schlusslicht bei den Stimmenanteilen. 22,2 Prozent bei den Erst- und 24,3 Prozent bei den Zweitstimmen in Wasserburg stehen in Schechen 10,9 Prozent Erst- und 11,8 Prozent Zweitstimmen gegenüber.
FDP
Frasdorf erwies sich im Osten als schlechtes Pflaster für die FDP. 3,5 Prozent Erststimmen, 3,1 Prozent Zweitstimmen: Mehr gab es dort für die Liberalen nicht zu holen. Spitzenergebnisse bei den Erststimmen erzielten sie in Prien (6,4) und bei den Zweitstimmen in Aschau (5,9). Rott erwies sich im Westen als gutes Pflaster für die Freien Demokraten. Hier erhielten sie 8,7 Prozent bei den Erst- und 6,2 Prozent bei den Zweitstimmen. Wenig zu holen war für die Partei dagegen bei den Erststimmen in Babensham (3,4) und bei den Zweitstimmen in Pfaffing (2,8).
AfD
Samerberg und Vogtareuth erwiesen sich im Osten als AfD-Hochburgen. Bei den Erststimmen holte die Rechtspartei in den beiden Gemeinden exakt 12,3 Prozent, bei den Zweitstimmen 11,5 (Samerberg) beziehungsweise 11,4 Prozent (Vogtareuth). Noch besser schnitt die AfD in Kolbermoor und Ramerberg im Stimmkreis Rosenheim West ab. 14,5 Prozent bei den Erst- und 14,2 Prozent bei den Zweitstimmen lautete das Ergebnis in Kolbermoor, 14,1 beziehungsweise 13,5 Prozent in Ramerberg.
ÖDP, Linke,
Bayernpartei
Einen absoluten Minusrekord stellte die ÖDP in der Gemeinde Chiemsee auf. Sie erhielt dort nicht eine einzige Wählerstimme. Unter ferner liefen blieb auch das Ergebnis der Linkspartei im Landkreis. In Höslwang kamen die Linken gerade einmal auf 0,5 Prozent der Erst- und 0,8 Prozent der Zweitstimmen. Die Bayernpartei blieb im Landkreis zwar ebenfalls hinter ihren Erwartungen zurück, durfte sich aber unter anderen in Frasdorf und Söchtenau über Achtungserfolge freuen. In Frasdorf heimste sie insgesamt 15,9 Prozent bei den Erst- und 9,5 Prozent bei den Zweitstimmen ein. In Söchtenau schlug das Wählervertrauen für sie mit 6,7 Prozent bei den Erst- und 5,5 Prozent bei den Zweitstimmen zu Buche.