Sepp Ranner CSU-Landtagsabgeordneter a.D.
Hauptursache der Niederlage ist die Berliner Flüchtlingspolitik. Wir dürfen uns zwar nicht auf die Linie der AfD einlassen, aber wir brauchen klare Regeln. Markus Söder hat vieles richtig gemacht, aber manches hat leider auch nach Populismus geschmeckt. Dass die CSU im Raum Rosenheim noch mehr verloren hat als auf Landesebene, liegt hauptsächlich am Thema Brenner-Basistunnel. Da hat die CSU viele treue Wähler verprellt. Es ist wie im Straßenverkehr: Die Leute wollen mit dem Auto fahren, aber keine Straße in der Nähe ihrer Wohnung. Das Rosenheimer Ergebnis hat noch einen weiteren Grund, aber den möchte ich an dieser Stelle nicht thematisieren.
Georg Bamberg SPD-Bundestagsabgeordneter a.D.
Erfreulich, dass die CSU vom hohen Ross runter muss, das ist gut für die Demokratie. Das SPD-Ergebnis im Land und in der Region hat sich seit Jahren angebahnt. Aber lassen wir das, man sollte bei Sterbenden nicht nachtreten. Zur AfD fällt mir ein Zitat von Einstein ein: „Zwei Dinge sind unendlich – das Universum und die menschliche Dummheit.“ Die Grünen haben einen flotten Wahlkampf gemacht, sie wirkten fortschrittlich, die SPD dagegen rückwärtsgewandt. Leider haben einige Politiker wieder so getan, als ob sie alles wissen, nur der Wähler sei zu dumm, dass zu verstehen. Dieses Gerede regt mich seit Jahren auf.
Walter Schlosser SPD-Landtagsabgeordneter a. D.
Hauptverantwortlich für die Niederlage der SPD sind ihre Spitzenpolitiker auf Bundesebene, Leute wie Martin Schulz und Andrea Nahles. Sie leugnen die Gefahren für Sicherheit und Ordnung, die die Migrationspolitik mit sich bringt. So was lassen sich die Wähler heute nicht mehr bieten. Und wenn dann die CSU mit ihrem Streithansl Seehofer keine echte Alternative bietet, dann gibt es halt viele Protestwähler. So einfach ist das. Furchtbar auch das Herumeiern der CSU beim Thema Diesel, leider war die Nahles da nicht viel besser. Von klarer Entscheidung keine Spur. Der Erfolg der Grünen war absehbar. Sie haben halt tolles Personal wie diese erfrischende Katharina Schulze.