Rosenheim – Jeder Jugendliche, der arbeitet oder eine Berufsausbildung absolviert, ist weniger gefährdet, krank zu werden, in Kriminalität, Sucht oder in ein anderes problematisches Verhalten abzurutschen. Dies betonte Vorsitzender Harald Neu in der Hauptversammlung des Vereins „Pro Arbeit“. Dessen Maßnahmen sind auf einen erfolgreichen Schulabschluss, den Übergang von der Schule in den Beruf oder in eine Berufsausbildung ausgerichtet.
Der Aufgabenbereich von „Pro Arbeit“ wächst ständig. So ist der Verein in der Jugendsozialarbeit seit diesem Schuljahr an 26 Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim vertreten. An allen Standorten werden insgesamt mehr als 500 Einzelfälle betreut. Dabei öffnen sich Schüler in vertraulichen Gesprächen gegenüber den Schulsozialarbeitern. Mobbing ist dabei immer wieder ein Thema, berichtete Neu.
Um gezielt helfen zu können, hat der Verein zwei Mitarbeiter in einem Zeitraum von über einem Jahr zu Fachkräften für Mobbingintervention ausbilden lassen. Sie sind bereits an einigen Mittelschulen im Einsatz, in Rosenheim-Aising, Neubeuern, Brannenburg und Westerndorf St. Peter. Die Rückmeldungen der beteiligten Klassenlehrer und Schulleiter seien sehr positiv, hieß es. Der Verein hat zudem ein internes, standardisiertes Vorgehen ausgearbeitet, um auf mögliche Kindeswohlgefährdung zu regieren. Entsprechend ausgebildete Fachkräfte nehmen an Qualitätszirkeln der Jugendämter teil.
Im Auftrag der Jobcenter in Stadt und Landkreis und im Rahmen der Vorbereitungsjahre an den Berufsschulen hat der Verein im Berichtsjahr 75 Jugendliche in Ausbildung vermittelt. Besonders wichtig ist dabei die Nachbetreuung, die in vielen Fällen geholfen hat, den Abbruch der Ausbildung zu verhindern, berichtete der Vorstand.
Ein weiterer Arbeitsbereich sind Projekte für Geflüchtete und Asylbewerber. Seit Dezember 2017 betreut „Pro Arbeit“ in Kooperation mit den Jobcentern anerkannte Asylbewerber sowie Menschen mit nicht ausreichenden Sprachkenntnissen, um sie mit berufsbezogener Sprachförderung und grundlegenden Mathematikkenntnissen zu qualifizieren. „Immerhin konnten wir von 47 Teilnehmern bisher 28 in eine sozialversicherungspflichtige Arbeit oder Ausbildung vermitteln“, hob Neu erfreut hervor. Zudem kümmerten sich die Fachkräfte des Vereins aktuell an den vier staatlichen Berufsschulen Wasserburg, Bad Aibling, Rosenheim 1 und Rosenheim im Rahmen der Kooperation in den Berufsintegrationsklassen um rund 500 junge Geflüchtete. Ziel sei es, die deutsche Sprache zu erlernen und Arbeit oder eine Berufsausbildung aufzunehmen.
Mehr als 80
Festangestellte
Mit mehr als 80 festangestellten Mitarbeitern hat sich der Verein in über 20 Jahren zu einem mittleren Unternehmen entwickelt. Hinzu kommen ehrenamtliche Kräfte, beispielsweise „Qualipaten“, die Schülern auf dem Weg zum qualifizierenden Hauptschulabschluss hilfreich zur Seite stehen.
Anton Heindl, Rosenheims Zweiter Bürgermeister, stellte in seinem Grußwort die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landkreis und dem Verein heraus.
Das bisher bewährte Team wird die Arbeit weiterhin fortsetzen. Denn: Bei den Neuwahlen bestätigten die Mitglieder Neu für weitere zwei Jahre als Vorsitzenden, ebenso seine beiden Stellvertreter Hans Holzmeier und Johanna Mathäser sowie die Kassenprüfer Mathias Lederer und Josef Trost. Als Schatzmeister fungiert Gründungsmitglied Erich Schlarb.
Ein Dank galt den beiden Mitarbeiterinnen Gabi Futscher und Veronika Wörndl für 20 Jahre bei „Pro Arbeit“. Für zehnjährige Tätigkeit wurden darüber hinaus Sandra Pawle und Gudrun Bahr geehrt.re