Führungswechsel nach neun Jahren

von Redaktion

Christine Domek-Rußwurm ist neue Vorsitzende der Rosenheimer Aktion für das Leben

Rosenheim – Die Rosenheimer Aktion für das Leben hat eine neue Vorsitzende: Christine Domek-Rußwurm wurde bei der Hauptversammlung des Vereins im Gasthof Höhensteiger in Westerndorf St. Peter einstimmig ins Amt gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Alfred Trageser an, der sich nach neun Jahren im Amt aus Altersgründen nicht mehr zur Wiederwahl gestellt hatte – er wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Domek-Rußwurm bedankte sich ihrerseits für das Vertrauen. „Wir haben oft so viel Glück in unserem eigenen Leben gehabt“, sagte sie. „Das möchte man auch zurückgeben an die Menschen, die es schwer haben“, sagte sie.

Zu Beginn der Versammlung erhielten die 42 anwesenden Mitglieder einen Tätigkeitsbericht des Vereins. Wie die beiden Geschäftsführerinnen Manuela Damköhler und Brigitte Plank berichteten, gab es im vergangenen Jahr 1057 Beratungen. Die Tendenz ist seit Jahren steigend – die Zahl der Beratungen in 2018 liegt deutlich über dem Vorjahresvergleichswert.

Ein Großteil der Hilfesuchenden sind alleinerziehende Mütter oder Familien, die durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit in finanzielle Not geraten sind. In knapp der Hälfte der Fälle reicht die umfassende Beratung aus. In den übrigen Fällen braucht es eine längerfristige Unterstützung mit finanzieller Hilfe oder Sachspenden, um Stromrechnung, Schulgeld oder Windeln und Lebensmittel bezahlen zu können. „2017 haben wir 10000 Euro an Darlehen ausgegeben und 10000 Euro wieder zurückbekommen“, berichtete Plank. In 19 Prozent der Fälle konnte mit Sachspenden weitergeholfen werden.

Laut Damköhler habe man im vergangenen Jahr verstärkt Hausbesuche durchgeführt. „Erst da weiß man, was die Familie und die Kinder wirklich brauchen“. Diese Besuche sollen weiter ausgebaut werden.

Derzeit hat der Verein 235 Mitglieder. Ein weiteres Mitglied ist am Abend der Hauptversammlung dazugekommen. Wie stellvertretender Landrat Josef Huber bei seiner kurzen Rede mitteilte, habe er kurz zuvor den Anmeldeantrag für den Landkreis Rosenheim ausgefüllt. „Der Landkreis Rosenheim engagiert sich schon von Beginn an vor 32 Jahren für den Verein“, sagte er. „Jetzt sind wir auch endlich Mitglied.“

Den Tätigkeitsbericht für das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“ für das Schuljahr 2017/18 stellten die Projektleiterinnen Regina Haidn, Silvia Schütz und Kerstin Stock vor. Demnach existieren im Landkreis inzwischen 14 Patengruppen. 202 Paten betreuen 191 Jugendliche. Von diesen sind 76 in einer Ausbildung oder haben diese heuer erfolgreich abgeschlossen. 80 Schülerinnen und Schüler haben die nächsthöhere Klasse erreicht und 16 den Übertritt in eine weiterführende Schule geschafft.

Viel Unterstützung gab es erneut vonseiten der regionalen Wirtschaft. Viele Unternehmen haben ihre Türen geöffnet, um den Jugendlichen ihre Betriebe und mögliche Ausbildungsberufe vorzustellen. Außerdem haben viele gemeinsame Ausflüge stattgefunden. Höhepunkte waren ein Ausflug in den Bayerischen Landtag, der Besuch eines Bienenlehrpfades und die Möglichkeit mit den Hagelpiloten über den Chiemsee zu fliegen.

Nach der Arbeit folgte dann das Vergnügen. Alois Glück, ehemaliger Präsident im Bayerischen Landtag und ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, sprach zum Thema „Familie und Kinder sind unsere wichtigste Gemeinschaftsaufgabe“. „Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun, als ihre Pflicht“, sagte Glück zu Beginn seines Vortrags. Die Rosenheimer Aktion für das Leben und das Patenprojekt seien herausragende Beispiele für bürgerschaftliches Engagement, so Glück. Er schreibt der Familie eine zentrale Bedeutung bei der menschlichen Entwicklung zu. Aufgabe des Staates sei es, die Bedingungen für Familien positiver zu gestalten. „Familie muss genauso wichtig werden wie der Umwelt- und Naturschutz.“ Wenn Bebauungspläne aufgestellt werden, werde immer gefragt: Ist das naturverträglich? „In Zukunft sollte man sich fragen: Ist das für Familien und Kinder geeignet?“, so Glück.

Während die Neuwahlen in Sachen Vorsitz Änderungen brachten, blieb der Großteil des Vorstands unverändert. Sowohl Landrat Wolfgang Berthaler, als auch Ulrike Plankl wurden als Stellvertreter einstimmig wiedergewählt. Neu in dieses Amt gewählt wurde Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller. Schatzmeister bleibt Hans-Peter Maier. Neue Schriftführerin ist Eva Kose.re

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