Sturm: Baum stürzt auf Kapelle

von Redaktion

Umgestürzte Bäume, beschädigte Dächer, gesperrte Straßen und Gleise – teils heftige Sturmböen haben in der Nacht zum Dienstag in der Region gewütet. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd verzeichnete 450 Notrufe. Ernsthaft zu Schaden kam niemand.

Rosenheim – Um etwa 4.30 Uhr am Dienstagmorgen ging bei Kreisbrandrat Richard Schrank der Alarm wegen des Herbststurms. Auch wenn die Böen glücklicherweise keine Personenschäden nach sich zogen, die Verwüstungen in der Region sind doch größer, als dies die Wetterprognosen erahnen ließen. „Es hieß Orkanböen über 1500 Metern“, sagt Schrank. „Dann kam es aber doch heftig.“ In einem kurzen Zeitraum zwischen fünfund 5.30 Uhr und ohne Vorwarnung. Letztlich war der Einsatz von etwa 30 Landkreis-Feuerwehren erforderlich. Umgestürzte Bäume zersägen, Bauzäune wieder aufstellen und blockierte Straßen freiräumen, das waren die Hauptaufgaben für die Wehrmänner. Einsatz-Schwerpunkte waren die Bereiche Bad Feilnbach, Bad Aibling und vor allem Kolbermoor.

Gebäudeschäden

In Kolbermoor erwischte es etwa den neugestalteten Friedhofsvorplatz. Gegen 5 Uhr entwurzelte der Sturm dort einige der uralten Eichen, die Bestandteil der neuen Parkanlage waren. Deren Wurzelwerk wiederum riss stellenweise Pflastersteine aus dem Boden. „Das tut uns besonders weh“, beklagt sich Bauamtsleiter Andreas Meixner. Auch an der Kirche in Kolbermoor hat der Sturm Spuren hinterlassen. „Da sind einige Platten vom Dach gefallen“, erzählt Schrank. Mehrere Bäume stürzten zudem in den Werkskanal, auch die Sichtschutzwand im Bereich der Zufahrt über die Westtangente wurde vom Sturm erheblich beschädigt.

Die Klobensteinkapelle bei Schleching wurde durch einen umstürzenden Baum fast völlig zerstört. Die etwa 30 Meter hohe Fichte mit einem Stammdurchmesser von einem Meter hatte den nächtlichen Orkanböen nicht standgehalten. Sie krachte mitten aufs Dach der Kapelle. Nun versperrt der Stamm auch den Weg entlang des Klobensteins. Er wurde nach Angaben der Stadt Traunstein, auf deren Grund sich die Kapelle befindet, bis auf Weiteres gesperrt. Freigegeben wird er erst wieder, wenn Forstarbeiter den Baum entfernt haben.

Vom Schlimmsten ausgehen musste kurzzeitig die Feuerwehr in Rosenheim. Fast zeitgleich gingen bei ihr Meldungen von einem Brand im Romed-Klinikum sowie im Seniorenheim St. Martin ein. Im Klinikum hatte die Brandmeldeanlage kurz vor 5 Uhr morgens Alarm ausgelöst. Vor Ort angekommen, konnte die Wehr, die mit 60 Mann ausrückte, nach Angaben von Stadtbrandrat Hans Meyrl schnell Entwarnung geben. Der Sturm hatte Staub auf der Großbaustelle des Romed-Klinikums so intensiv aufgewirbelt, dass es aussah, als ob es rauchen würde. Im Seniorenheim St.Martin gab es ebenfalls rasch Entwarnung. Hier habe ein technischer Defekt in der Brandmeldeanlage den Alarm ausgelöst, so Meyrl.

Auch ein Rosenheimer Naturdenkmal fiel dem Sturm zum Opfer. Die Stileiche in Westerndorf am Wasen stürzte auf das benachbarte Haus. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt.

Verspätungen

Zum Teil erheblichen Einschränkungen sahen sich am Dienstagmorgen Fahrgäste des Meridians ausgesetzt. Weil zwischen Bad Aibling und Rosenheim gegen 5.15 Uhr gleich mehrere Bäume auf die Gleise gefallen waren, musste die Strecke komplett gesperrt werden. „Wir haben dann relativ schnell zwei Busse für den Schienenersatzverkehr bereitgestellt“, sagt Pressesprecher Christopher Raabe. Gegen Mittag sei die Strecke wieder frei gewesen.

Glück im Unglück hatten Fahrgäste, die auf der Linie München-Rosenheim unterwegs waren. Zwar war auch zwischen Ostermünchen und Großkarolinenfeld ein Baum auf die Gleise gestürzt, allerdings war nur eine Fahrspur vorübergehend blockiert. Die Oberleitung blieb unbeschädigt. Der derzeit wegen Bauarbeiten eh eingeschränkte Betrieb – auf der Linie München-Salzburg wird im Moment kein Fernverkehr abgewickelt – konnte aufrecht erhalten werden. Es kam lediglich zu geringen Verspätungen.

Straßen und Wege

Auch der Straßenverkehr wurde durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen.

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Sturm an Allerheiligen?

Wie wird das Wetter am Feiertag Allerheiligen und wie am Wochenende? Friedhofs- und Spaziergänger brauchen an diesen Tagen nichts zu befürchten, sie werden nicht „vom Winde verweht“. Der Deutsche Wetterdienst stellt folgende Prognose:

Morgen, Donnerstag: Es geht nicht mehr „so wild“ zu wie in der Nacht auf Dienstag. Die Fönlage kann aber zeitweilig in Tälern zu böigen bis stürmischen Winden führen. Zugleich beschert sie am Nachmittag Höchsttemperaturen zwischen 15 bis 17 Grad. Und: Sonne und Wolken wechseln sich ab.

Am Wochenende: Samstag ist es freundlich und mild mit Höchsttemperaturen zwischen 12 und 15 Grad. Am Sonntag wird sich das Wetter weiter beruhigen, möglicherweise ist Fön zu erwarten. Das Thermometer kann bis auf 18 Grad klettern.

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