Kolbermoor – Keine 24 Stunden nach einer Messer-Attacke in Kolbermoor (wir berichteten) sitzt der mutmaßliche Täter, ein 58-jähriger Kolbermoorer, in Untersuchungshaft. Wie die Polizei gestern mitteilte, wurde der Mann am Donnerstagabend festgenommen.
Der Kolbermoorer soll am Mittwochabend gegen 22.25 Uhr in einem Mehrparteienhaus in der Farrenpointstraße einen 24-Jährigen und dessen 48-jährige Mutter mit einem Messer angegriffen haben. Beide trugen dabei schwerste Verletzungen davon. Der Täter flüchtete zu Fuß.
Im Rahmen der ersten polizeilichen Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht gegen einen 58-jährigen Bewohner des Hauses. Sofort eingeleitete Fahndungsmaßnahmen der Polizei, bei denen auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam, verliefen zunächst erfolglos. Bis zum Donnerstagabend. Rosenheimer Zivilbeamte nahmen den Mann schließlich gegen 20.15 Uhr in Tatortnähe fest. Er leistete keinen Widerstand. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der 58-Jährige dem zuständigen Ermittlungsrichter vorgeführt. Er erließ Haftbefehl.
Auslöser für die Messer-Attacke war laut Polizeiangaben ein Streit. Die genauen Hintergründe der Tat und auch den genauen Tathergang ermittelt gegenwärtig die Kripo Rosenheim. „Das muss minutiös rekonstruiert werden“, sagt Polizeisprecher Stefan Sonntag.
Die beiden Opfer, der 24-Jährige und seine 48-jährige Mutter, werden laut Polizei noch immer medizinisch behandelt, befinden sich inzwischen aber außer Lebensgefahr.
Dass die Polizei keine Warnung vor dem flüchtigen Messerstecher herausgegeben hat, geht laut Sonntag auf die Einschätzung von Experten zurück. „Es wurde überprüft, ob der Mann eine Gefahr für Dritte darstellt.“ Dem war offensichtlich nicht so. „Wir wollten niemanden unnötig in Panik versetzen.“ Schließlich verlören inflationär erteilte Warnhinweise irgendwann ihre Wirkung.