Flintsbach/Rosenheim – Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der Gründungsversammlung zog der Landschaftspflegeverband (LPV) des Landkreises Rosenheim bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Alte Post in Flintsbach eine erste Bilanz seiner bisherigen Arbeit. LPV-Geschäftsführer Dr. Markus Höper und seine Mitarbeiterin Gabriele Müggenburg berichteten über die Aktivitäten der Geschäftsstelle, die seit April dieses Jahres in Betrieb ist. So habe der LPV 45 Förderanträge nach der Bayerischen Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie gestellt, wovon die meisten bereits genehmigt seien, berichtete Höper. In den allermeisten Fällen würden Landwirte mit der Ausführung der Landschaftspflegemaßnahmen beauftragt.
Im Landkreis Rosenheim werden im Auftrag des LPV jährlich rund 480 Hektar an Flächen gepflegt und rund 700000 Euro an die Landwirte ausbezahlt, die die Pflegemaßnahmen übernehmen. Schwerpunkt der Landschaftspflege sei die Mahd von Streu- und Moorwiesen. Weitere Tätigkeitsschwerpunkte seien die Pflege von Extensivwiesen, die Freihaltung von Almflächen durch Schwenden und Entbuschung sowie die Anlage und Pflege von Ausgleichsflächen, Streuobstwiesen oder naturnahen Hecken.
Künftig werden die Jahreshauptversammlungen des Verbandes im Frühjahr stattfinden. Das beschlossen die Versammelten einstimmig. Da das Geschäftsjahr erst am 31. Dezember endet, konnte für das laufende Jahr noch kein Haushaltsabschluss vorgelegt werden.
Vorsitzender Sebastian Forstner, Bürgermeister der Gemeinde Söchtenau, stellte in seinem Jahresbericht die Aktivitäten des Verbandes im ersten Vereinsjahr vor. Er erwähnte unter anderem die Eintragung des Verbandes in das Vereinsregister, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beim Finanzamt, die Einstellung von drei Mitarbeitern sowie das Beziehen von zwei Büroräumen als Geschäftsstelle im Landratsamt. Im Sommer habe der LPV auch eine Homepage eingerichtet, zudem stünde ein gedrucktes Faltblatt mittlerweile zur Verfügung. Forstner bedankte sich in seiner Rede bei seinen Vorstandskollegen für die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit, bei den Mitgliedsgemeinden und dem Landkreis Rosenheim für die finanzielle Unterstützung, bei den Landwirten für die geleistete Arbeit in der Landschaftspflege und bei den Mitarbeitern für den erfolgreichen Aufbau der Geschäftsstelle.
Im Anschluss an den offiziellen Teil der Mitgliederversammlung hielt der Biologe Alfred Ringler einen Vortrag mit dem Titel „Landschaft im Wandel im Landkreis Rosenheim“. An ausgewählten Beispielen zeigte der Naturkenner anhand ausgewählter Fotos aus verschiedenen Jahrzehnten, die stets vom exakt gleichen Standpunkt aus aufgenommen wurden, wie sehr sich manche Landschaften in den vergangenen 50 Jahren durch menschliche Aktivitäten verändert haben. Besonders augenfällig war, dass der Blütenreichtum auch auf vielen Naturschutzflächen stark zurückgegangen ist.re