Brannenburg – Sie sind nicht stubenrein, sie hören nicht, sie zerbeißen alles, was ihnen vor die Schnauze kommt – der Alltag mit Welpen ist Stress. Doch was Daniela Wildgruber am späten Sonntagabend mit ihrer drei Monate alten Hündin Loni erlebt hat, geht weit über das übliche Chaos mit einem neuen vierbeinigen Mitbewohner hinaus.
Der Hannoversche Schweißhund, der laut Wildgruber gut auf sie hört, erschrickt bei der abendlichen Gassi-Runde vor einem aus dem Auto steigenden Krampus – und läuft weg.
Wildgruber sucht, ruft die Hündin, versucht sie zu locken. Aber Loni bleibt verschwunden. Dann kommt der Brannenburgerin eine Idee: Sie ruft ihren Bekannten Daniel Wohlmuth an. Wohlmuth ist Leiter der Rettungshundestaffel Edelweiss aus Neubeuern. Ob die Hunde wohl nicht nur vermisste Menschen, sondern auch vermisste Artgenossen suchen würden, fragt Wildgruber. Wohlmuth zögert nicht lange, trommelt andere Hundeführer zusammen und macht sich auf den Weg nach Brannenburg.
„Das ist eigentlich nicht unser üblicher Suchauftrag“, sagt Wohlmuth den OVB-Heimatzeitungen. „Unsere Hunde suchen nach vermissten Personen. Der Flächenhund wird in unübersichtlichen Gebieten und Wäldern, der Trümmerhund bei der Suche nach verschütteten Personen eingesetzt.“ Aktuell gehören sieben Rettungshundeteams zur Staffel, weitere Teams befinden sich in der Ausbildung.
Mantrailer Moritz machte sich sofort auf die Suche
Auf die Fährte der vermissten Loni wird der bayerische Gebirgsschweißhund Moritz angesetzt. Moritz ist ein sogenannter Mantrailer. Das sind Hunde, die – im Gegensatz zu anderen Suchhunden – Geruchsstoffe von verschiedenen Menschen auseinanderhalten können, um so gezielt vermisste Personen zu finden. Dafür benötigen die Tiere lediglich einen Träger, auf dem sie den Duft des Vermissten gut riechen können.
Der achtjährige Moritz macht sich sofort auf die Suche nach der kleinen Loni und folgt ihrem Geruch zielstrebig. Es dauert nicht lang, bis der Profi das Hundemädchen findet. Und schnell wird auch klar, wieso Loni auf die Rufe ihres Frauchens gar nicht reagiert hat: Sie hatte sich mit ihrem gestrickten Hundemantel in einem Maschendrahtzaun verheddert und schaffte es nicht, sich aus eigener Kraft zu befreien.
Überglücklich zeigte sich nach der Rettungsaktion nicht nur Loni, sondern natürlich auch Besitzerin Wildgruber. Die Brannenburgerin dankte der Rettungshundestaffel mit dem, was der ehrenamtlich tätige Verein am meisten braucht: einer Spende.