Zu viel Geld für 0,073 Prozent weniger Restmüll

von Redaktion

ÖDP-Antrag zur Sammlung gebrauchsfähiger Gegenstände in Wertstoffhöfen scheitert

Rosenheim – Bei drei Gegenstimmen hat der Umweltausschuss des Kreistages einen Antrag der ÖDP abgelehnt, mit dem sie zur Müllvermeidung die Zwischenlagerung noch gebrauchsfähiger Gegenstände in ausgewählten kreiseigenen Wertstoffhöfen erreichen wollte. Den ÖDP-Kreisräten schwebten mindestens zweimal jährlich begrenzte Sammelaktionen vor. Die abgegebenen Gegenstände sollten in kostenlos erhältlichen Kartons verpackt und dann beispielsweise Sozialkaufhäusern zur Weiterveräußerung überlassen werden.

In einer langen Stellungnahme empfahl die Verwaltung dem Gremium die Ablehnung des Antrags. „Im Ergebnis ist festzustellen, dass der Abfallvermeidungseffekt unbedeutend ist, die Kosten jedoch überproportional hoch sind“, heißt es in dem Papier. Eine Prognose für den Landkreis Rosenheim besagt, dass durch solch eine Aktion bei einem Anfall von rund 47721 Tonnen Restmüll im vergangenen Jahr gerade einmal 35 Tonnen Restmüll eingespart werden können. Dies entspricht 0,073 Prozent. Die hierfür anfallenden Kosten belaufen sich laut Verwaltung auf rund 10000 Euro. Würde der Restmüll verbrannt, kämen auf den Kreis lediglich Kosten in Höhe von 2730 Euro zu.

„Der Antrag ist gut gemeint, in der Realität läuft das aber anders ab“, begründete CSU-Fraktionssprecher Felix Schwaller seine Ablehnung. Ähnlich argumentierte Dieter Kannengießer, Sprecher der Parteiunabhängigen im Kreistag. „Das wäre eine geringfügige Vermeidung von Abfall, die sehr teuer erkauft wird.“ Andrea Rosner (Bündnis 90/Die Grünen) gab Müllvermeidung als oberstes Ziel aus und konnte sich ebenfalls nicht für die Wertstoffhof-Lösung erwärmen. „Für mich ist aus diesem Grund jeder Weg, den ich nicht zum Wertstoffhof zurücklegen muss, ein wertvoller Weg.“

Unterstützung in der Debatte bekam Antragstellerin Christine Mehlo-Plath dagegen von SPD-Fraktionssprecherin Alexandra Burgmaier. „Ich finde den Antrag gut und sehe die Angelegenheit pragmatisch. Probieren wir es doch einfach aus.“ Während Mehlo-Plath davon sprach, eine solche Aktion schaffe sinnvolle Arbeitsplätze in Sozialkaufhäusern und sei darüber hinaus im Landreis Miesbach erfolgreich erprobt worden, findet sich in der entsprechenden Stellungnahme der Verwaltung ein klares Dementi. Durch die Aktion „Gebraucht&Gut“ habe sich im Vorjahr das Restmüll-Aufkommen im Nachbarlandkreis gerade einmal um 0,074 Prozent verringert. Norbert Kotter

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