Konkretes in einem Jahr

von Redaktion

Brennerzulauf: Bahn will Trassenvorschlag präsentieren

Rosenheim – Während die Bürgerinitiativen, die gegen die Errichtung zweier neuer Gleise als Zulauf auf bayerischer Seite zum Brennerbasistunnel kämpfen, den Schulterschluss suchen und im Kampf gegen derlei Überlegungen der Bahn noch enger zusammenarbeiten wollen (wir berichteten), ist man bei den Trassenplanern trotz des wachsenden Widerstandes nicht unzufrieden mit dem bisher Erreichten. „Wir sind 2018 gut vorangekommen und werden auch 2019 den Zeitplan einhalten, den wir mit den Gemeinden und in den Gremien des Dialogverfahrens aufgestellt haben“, zeigte sich Projektleiter Torsten Gruber im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen überzeugt.

Die vielen Diskussionen, die das Trassenauswahl-Verfahren im zu Ende gehenden Jahr begleiteten, findet er grundsätzlich positiv. Sowohl bei der Entwicklung des Kriterienkataloges für die Suche nach Trassen als auch im Vorfeld der Präsentation erster Grobtrassen-Entwürfe habe man auf eine rege Bürgerbeteiligung bauen können. „In der Folge sind über 150 Trassenideen aus der Region eingegangen“, sagt Gruber. Selbstverständlich würden sie in das Prüfverfahren miteinbezogen. Wenn Ende des Jahres das erste Drittel dieses Prozesses abgeschlossen sein werde, könne man durchaus von einer „großen Beteiligung“ sprechen.

Bis Mitte des Jahres will die Bahn den zweiten Schritt des Verfahrens abhaken, der die Reduzierung der Ideen für eine neue Trasse beinhaltet. „Voraussichtlich wird nur noch eine Handvoll Varianten übrig bleiben“, prognostiziert der Projektleiter. Davon verspricht er sich auch positive Impulse für den Fortgang des Verfahrens insgesamt. „Ich erwarte, dass dann manche Unsicherheit und manche Sorge in der Region wieder weichen werden.“

Nicht zuletzt, weil sich viele Gemeindevertreter eine zügige Weiterplanung wünschten, möchte Gruber im Spätsommer nächsten Jahres mit dem Raumordnungsverfahren starten. Ende 2019 oder Anfang 2020 will die Bahn dann eine neue Zulauftrasse als Entscheidungsgrundlage für die Politik präsentieren, die „möglichst verträglich“ sein soll. Dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer 2019 in die Region kommt und im direkten Kontakt mit den Menschen über den Zulauf spricht, davon erwartet Gruber einen positiven Impuls für das Verfahren.

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