Viel Arbeit, aber kein Schneechaos

von Redaktion

Der Wintereinbruch in der Region hat vor allem Polizei, Feuerwehr und Räumdienste am Wochenende stark gefordert, der Bahnverkehr war teilweise beeinträchtigt. Das befürchtete Chaos blieb jedoch aus.

Rosenheim/Traunstein – Über mangelnde Arbeit konnten sich die Beamten in der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd nach dem Einsetzen des Schneefalls am Freitagabend nicht beklagen. Weit über 100 Verkehrsunfälle, die meist jedoch mit Blechschaden abgingen, wurden gemeldet. Allein 54 waren es nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Sonntag am Samstag zwischen 5 Uhr in der Früh und Mittag. Darüber hinaus registrierte die Polizei bis Sonntagnachmittag über 140 Notrufe wegen umgestürzter Bäume oder liegengebliebener Fahrzeuge. „Es war deutlich mehr als sonst los, aber von einem dramatischen Einsatzgeschehen kann keine Rede sein“, sagte Sonntag. Zwei besonders tragische Vorfälle registrierte das Präsidium außerhalb der Region. Am Teisenberg kam am Samstagnachmittag eine 20-jährige Skitourengeherin aus dem Berchtesgadener Land ums Leben, bei Reichersbeuern im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen starb ein junger Man bei einem Verkehrsunfall.

Von etwa 60 witterungsbedingten Einsätzen der Feuerwehr berichtete Kreisbrandrat Richard Schrank. Meist waren es umgestürzte Bäume oder liegengebliebene Fahrzeuge, die die Floriansjünger forderten. Das Inntal habe sich als Einsatzschwerpunkt herauskristallisiert. Wegen der Schneelast auf den Bäumen habe man am Sonntagnachmittag auch eine Warnung ausgesprochen, Waldwege im Bereich Oberaudorf nicht mehr zu benutzen, so Schrank. „Auch wenn wir keine großen Herausforderungen bewältigen mussten, so waren im gesamten Landkreis doch mehrere Hundert Feuerwehrleute viele Stunden gefordert“, sagte der Kreisbrandrat in einem ersten Fazit des Einsatzgeschehens.

Seine Ungeduld wegen eines Feuerwehreinsatzes bezahlte ein 26-jähriger Wasserburger in der Nacht zum Sonntag mit dem Verlust seines Führerscheins. Er zeigte kein Verständnis dafür, dass die Einsatzkräfte im Babenshamer Ortsteil Neudeck eine Straße wegen eines umgestürzten Baumes sperrten. Die Feuerwehrler bemerkten schnell, dass das aufbrausende Verhalten des Mannes in dessen Alkoholkonsum begründet lag. Die alarmierte Polizei stellte den Führerschein des 26-Jährigen sicher und ordnete eine Blutentnahme an.

Von einem „Einsatzmarathon“ berichtete Peter Volk, Sprecher der Feuerwehren im Landkreis Traunstein. Umgestürzte Bäume und liegengebliebene Fahrzeuge waren auch hier der Hauptgrund für die Alarmierungen. Glück im Unglück hatte eine 48-jährige Autofahrerin aus dem Berchtesgadener Land, die trotz Sperrung wegen eines Lawinenabgangs die Straße von der Winklmoosalm Richtung Seegatterl nutzte. Als hinter ihrem Fahrzeug eine zweite Lawine abging, saß die Frau fest. Sie konnte ihre Fahrt erst nach Beseitigung der Schneemassen fortsetzen. Bei einem weiteren Lawinenabgang ist am Samstagnachmittag zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl auf Höhe des Förchensees ein Auto teilweise verschüttet worden. Die Fahrerin konnte sich nicht mehr eigenständig aus dem Fahrzeug befreien. Das Auto wurde von der Feuerwehr Ruhpolding freigeschaufelt.

Auf der Bundesstraße 306 war am Samstag in den Morgenstunden zwischen Siegsdorf und Inzell ein Schneepflug von der Fahrbahn abgekommen, der Fahrer blieb unverletzt. Wegen umgestürzter Bäume musste die Autobahn in Richtung München zwischen Schweinbach und Bergen am Sonntag kurz nach 13 Uhr zeitweise gesperrt werden. Es bildete sich ein langer Stau.

Während die Züge der Deutschen Bahn großteils pünktlich fuhren, blockierte ein umgestürzter Baum im Gleisbereich am Sonntag mehrere Stunden lang die Mangfalltalstrecke zwischen Westerham und Holzkirchen. Der Meridian richtete einen Schienenersatzverkehr ein.

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