Ina Krug
Sprecherin des Landkreises
Rosenheim/Traunstein – Denn auf den Smartphones von Tausenden Schülern in Stadt und Landkreis Rosenheim ploppte gestern Morgen folgende Nachricht auf: „Heute kein Unterricht!“
War zunächst nur von vereinzelten Schulen die Rede, so rangen sich die Behörden um 6.54 Uhr zu einem kompletten Unterrichtsausfall an allen Schulen durch. „Es wurde soeben beschlossen, dass der Unterricht an allen Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim ausfällt“, hieß es in einer Pressemitteilung vom frühen Morgen. Die Betreuung der Schüler an den Schulen sei aber sichergestellt gewesen, falls schon Schüler auf dem Weg waren oder Eltern sie nicht Zu Hause behalten konnten, wurde weiter versichert.
Dann schneite es kräftig weiter. So kam gegen Mittag die Nachricht, dass die Klassenzimmer in Stadt und Landkreis Rosenheim auch am heutigen Freitag leer bleiben. Damit zog der Raum Rosenheim quasi nach, denn zu diesem Zeitpunkt stand im Kreis Traunstein längst fest, dass dort am Freitag kein Unterricht stattfindet. Dort versanken ganze Dörfer im Schnee. Weil sich die Lage immer weiter verschärfte, rief Landrat Siegfried Walch in Absprache mit den Katastrophenschutzexperten den Katastrophenfall für den Landkreis Traunstein aus. „Wir wollen die Handlungsfähigkeit der Hilfsdienste vollumfänglich gewährleisten und dabei auch auf die Hilfe der Bundeswehr zurückgreifen“, so Walch.
Während sich viele Schüler über die beiden freien Tage freuten, bereitete die Sicherheitslage den Verantwortlichen mit jeder weiteren Schneeflocke immer mehr Kopfzerbrechen – auch im Raum Rosenheim. Neben den Straßen waren die Blicke vor allem auf Dächer und Bäume gerichtet, auf denen sich eine gewaltige Schneelast angesammelt hat.
Einige Hallen wurden deshalb aus Sicherheitsgründen gesperrt, unter anderem die Sporthalle in Aschau und die Festhalle in Hohenaschau. Zahlreiche Veranstaltungen wurden abgesagt. Die beiden sportlichen Großereignisse in Rosenheim – das Eishockey-Derby zwischen den Starbulls und Landshut sowie das Fußball-Sparkassenpokalfinale in der Gabor-Halle – sind jedoch nicht in Gefahr. Sie finden heute Abend statt.
Der Weg zur Arbeit wurde für Zehntausende in der Region zu einem zähen Geduldsspiel. Während sich die Verspätungen bei den Zügen (meist eine halbe Stunde) noch in Grenzen hielten, ging es auf vielen Straßen nur im Stop-and-Go voran. Oder es ging gar nichts mehr – obwohl die Räumdienste ihr Bestes gaben.
Das traf unter anderem auf die Staatsstraße 2093 zwischen Aschau und Sachrang zu. In diesem „Schneeloch“ war die Strecke lediglich sehr eingeschränkt befahrbar. Zeitweise stand laut Landratsamt nur eine Spur zur Verfügung. Schneefräsen seien laufend unterwegs gewesen, um die Fahrbahn zu räumen.