„Innerwald wurde nicht vernachlässigt“

von Redaktion

Schneechaos Ausnahmezustand in Aschau und Sachrang, aber kein K-Fall – Landkreis weist Kritik zurück

Aschau – Ein haltloses Gerücht? Oder ist was dran? Jedenfalls meldeten sich am Wochenende einige kritische Stimmen zu Wort, die behaupteten, dass die Einwohner in Innerwald – ein kleiner Ort zwischen Aschau und Sachrang – mit ihren Schneechaos-Sorgen allein gelassen und vernachlässigt wurden.

In der Redaktion der OVB-Heimatzeitungen machten einige erzürnte Anrufer unter anderem ihrem Ärger darüber Luft, dass der Landkreis Rosenheim nicht den Katastrophenfall (K-Fall) ausgerufen hat – weil dann die Bundeswehr beim Dachräumen hätte helfen können, so ihr Argument. Scharfe Kritik am Landkreis übte auch der Grünen-Kreisrat Leonhard Hinterholzer.

Dazu teilte das Landratsamt Rosenheim mit, dass in Innerwald seit Freitag drei Teams im Einsatz waren, um Dächer zu räumen. Alle Häuser seien zuvor angeschaut und eine Prioritätenliste erstellt worden. Den Vorwurf der Vernachlässigung wies die Behörde zurück. „Die Einsatzkräfte leisten Schwerstarbeit auf den Dächern – eine Leistung, die im Übrigen eine freiwillige ist“, betonte Michael Fischer, Sprecher des Landratsamtes Rosenheim.

Zu einem möglichen Einsatz der Bundeswehr stellte Fischer klar: „Der Landkreis kann Bundeswehrkräfte anfordern, ohne den K-Fall zu erklären.“ Allein in Aschau und Sachrang seien am Wochenende mehr Kräfte aus dem Landkreis im Einsatz gewesen, als die Bundeswehr in ganz Bayern aufgeboten habe.

Der Vorstand der Sachranger Wehr, Peter Hacherer, freute sich indessen, dass es bis Sonntagabend trotz der enormen Schneemenge keine Verletzten oder Schäden an den Häusern gab. Mehrere Hundert Hilfskräfte von Feuerwehr, THW und Bergwacht seien im Einsatz gewesen und hätten alles gegeben. Aschaus Tourismus-Chef Herbert Reiter sah das genauso: „Einfach unbeschreiblich, welch großartige Arbeit die freiwilligen Helfer in Aschau und Sachrang geleistet haben.“

Leonhard Hinterholzer hingegen kritisiert: „In allen oberbayerischen Landkreisen entlang der Alpen wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Warum nicht im Landkreis Rosenheim? Darüber verlange ich eine ausführliche Aufklärung durch den Landrat und der Regierung von Oberbayern.“ Die Bürger in Aschau-Sachrang, darunter auch in Innerwald, fühlten sich vom Landkreis im Stich gelassen. Der Grünen-Kreisrat ist der Auffassung, dass das Landratsamt die Lage in Sachrang unterschätzt hat. Stattdessen habe man am Samstag die Kreistagsklausur durchgeführt. Hinterholzer: „Ich habe daran nicht teilgenommen, da ich in Prien beim Räumen eines großen Flachdachs – zusammen mit 14 weiteren Helfern, darunter drei Flüchtlingen aus Afrika – mitgeholfen habe.

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