Rosenheim – Eingeschneit, abgeschnitten, kein Durchkommen auf Straßen und dazu Gefahren durch Schneebruch und Dachlawinen – das führte zum Unterrichtsausfall an Schulen in Stadt und Landkreis Rosenheim. Die Entscheidung darüber fällt eine Koordinierungsgruppe. Sprecherin ist Helga Wichmann, zugleich fachliche Leiterin der staatlichen Schulämter in Stadt und Landkreis Rosenheim.
Frau Wichmann, gestern setzte Tauwetter ein, die Straßen waren weitgehend frei. Warum dann der Unterrichtsausfall an allen Schulen?
Wenn man jetzt aus dem Fenster schaut, sagt sich jeder, was ist denn hier los. Aber die Entscheidung hat die Koordinierungsgruppe bereits am Sonntagvormittag getroffen.
Was waren die Gründe?
In der Nacht zu Montag waren weitere Schneefälle zu erwarten. Zum anderen war von Tauwetter die Rede. Es wurde befürchtet, dass die Gullys die Wassermassen nicht aufnehmen können und Straßen überflutet sind. Dann der Regen, der den Schnee auf den Dächern noch schwerer macht. Es war nicht absehbar, dass der Schnee so schnell taut.
Also war die Entscheidung auch eine Vorsichtsmaßnahme?
Das kann man so sehen. Am letzten Donnerstag hatten wir anders entschieden. Weil es hieß, da kommt nichts mehr von oben. Wir hätten da aber den Unterricht eigentlich absagen müssen.
Wer gehört außer Ihnen der Koordinierungsgruppe an?
Ein Sprecher jeder Schulart, Vertreter von Landratsamt, Stadt Rosenheim und der Schulwegbeauftragte.
Am vergangenen Mittwoch wurde frei gestellt, wer in die Schule kommt. Eine Betreuung in den Grundschulen war gewährleistet bis zum üblichen Unterrichtsende. Wie stellte sich die Situation dar?
Ein heilloses Durcheinander und viele Beschwerden. Auch das war ein Grund, in der Koordinierungsgruppe zu sagen: Wenn, machen wir alles einheitlich.
Lehrerpersonal war also ausreichend vorhanden. Obwohl viel aus dem Ebersberger und Miesbacher Raum kommt, wo Schneechaos herrscht.
Gerade letzte Woche war das für diese Kollegen schlimm. Sie mussten vor allem den Schnee von den Hausdächern schippen wie in Sachrang. Vor der Tür türmte sich der Schnee dann vier Meter hoch. Natürlich blieben die Kollegen in einer solchen Situation zu Hause.
Sie haben am Montag E-Mails und Anrufe bekommen. Die Beschwerden richteten sich gegen den Unterrichtsausfall gestern.
Ich kann das verstehen. Ich habe versucht, alles zu beantworten mit dem Hinweis, warum so entschieden wurde.
In der Grundschule Feldkirchen-Westerham fällt der Unterricht wegen Wasserschadens bis auf Weiteres aus. Wann findet der reguläre Unterricht an den anderen Schulen in Stadt und Landkreis statt?
Heute, Dienstag. Das hat die Koordinierungsgruppe gestern Vormittag beschlossen. Interview: Elke Wrede-Knopp