„Wir müssen jetzt Antworten finden“

von Redaktion

Schnellen Schritts eilten am Montagabend Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig zur Pressekonferenz. Ihr gemeinsames Fazit: „Wir müssen jetzt Antworten finden.“ Und zwar schnell, so die beiden Politiker. Denn viele Bürger und Vertreter von Bürgerinitiativen gegen den Trassenneubau zum Brennerbasistunnel (BBT) sind inzwischen regelrecht sauer und wollen sich nicht länger hinhalten lassen. Sie fühlen sich von der Politik übergangen und nicht gehört. Deshalb soll nun Drive in das ganze Verfahren kommen, versprach Scheuer. Bis Juli 2019 müssen fünf verschiedene Trassen durchs Inntal auf den Tisch, über die dann endgültig und abschließend beraten werden soll. Die Diskussion um die vielen Grobtrassen ist damit vorbei. Hinzu soll als weitere Trasse die bekannte Bestandsstrecke kommen. Neu ist, dass auch sie genau unter die Lupe genommen werden soll. Diese Forderung durch Scheuer und Ludwig liegt auf der Hand, denn egal, wie stark die Zugzahlen ansteigen werden: Ab Fertigstellung und Inbetriebnahme des BBT (2026/2027) wird das Güterverkehrsaufkommen steigen, sagt Scheuer. Bis zu 500 Züge könnten es werden. Die Frage ist, wie diese Kapazitätsausweitung auf der Bestandsstrecke bewältigt werden und was den Bürgern entlang der Strecke noch zugemutet werden kann. Scheuers Antwort: Digitalisierung, „Lärmschutz plus“, der auf Neubau-Niveau liegen soll, und eine „Flüsterausstattung“ an den Zügen bis 2021. „Auch eventuelle Ortsumfahrungen an der Bestandsstrecke müssen auf den Tisch, ebenso wie die Frage nach Flächenverbrauch und Zerschneidung der Landschaft durch eine neue Trasse“, so Ludwig. Sie will der Bahn Druck machen, denn es könne kein „Weiter so“ geben. Außerdem müsse der Planungsdialog deutlich verbessert werden. „Kritiker können mir konkrete Vorschläge machen“, erklärte sie vor der Presse. Insgesamt, so Ludwig, sei das ganze Verfahren aber ein „ständiger Prozess“.ske/ Foto: Rassow

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