Rosenheim/Landkreis – „Die Arbeitslosenzahl ist so niedrig wie zuletzt Anfang der 1980er-Jahre in diesem Monat.“ Das betonte gestern Dr. Nicole Cujai, Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur bei der Präsentation der Januar-Statistik. Dennoch stieg die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk auf 2,8 Prozent. „Die kälteren Temperaturen und der Schnee machen sich – wie um diese Jahreszeit üblich – auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar“, so Cujai.
Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent (Vormonat: 3,9; Januar 2018: 4,7 Prozent). Derzeit sind in Rosenheim 1504 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 131 auf 796. Für 708 arbeitslose SGB II-Kunden – 23 mehr als im Dezember – ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2163 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1740 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,7 Prozent (Vormonat: 2,2; Januar 2018: 2,8 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis pendelt sich bei 3760 ein. Hier sind 2529 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 593 mehr als im Vormonat.
Das Jobcenter des Landkreises kümmert sich um 1231 arbeitslose SGB II-Kunden, 73 mehr als im Dezember. Insgesamt betreut das Jobcenter 3295 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2600 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Viele Beschäftigte aus witterungsabhängigen Berufen haben schon vor Weihnachten eine Kündigung erhalten und sich nun bei uns arbeitslos gemeldet“, erläutert die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. Die Stimmung auf dem Arbeitsmarkt sei aber weiterhin gut. Viele Betriebe hätten ihren saisonbedingt gekündigten Beschäftigten gleich eine Wiedereinstellungszusage gegeben.
Da in den typischen Bau- und Außenberufen überwiegend Männer arbeiten, ist die Arbeitslosenquote im Januar bei Männern höher als bei Frauen: Sie ist bei Männern um 0,8 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent angestiegen, während sie bei den Frauen lediglich um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent geklettert ist. So hat sich die Arbeitslosenzahl in der Baubranche im Betrachtungszeitraum knapp auf 890 verdoppelt und im Bereich Land-, Forst-, Tierwirtschaft, Gartenbau kletterte die Anzahl der Betroffenen um 83 Prozent auf 350.
Cujai weiter: „Die Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent ist so gering wie in keinem Januar zuvor seit Beginn der Aufzeichnungen. Der Wert unterschreitet im Agenturbezirk Rosenheim seit April 2018 die 3,0-Prozent-Marke, die landläufig der Definition von Vollbeschäftigung entspricht.“ Leider profitieren vor allem ältere Menschen vergleichsweise wenig von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt: Während bei den unter 25-Jährigen die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 20,6 Prozent zurückgegangen ist und auch bei den Ausländern (-3,8 Prozent) und den Langzeitarbeitslosen (-7,6 Prozent) ein Minus zu verzeichnen war, ist die Arbeitslosigkeit bei den über 55-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent angestiegen. Diese Personengruppe macht inzwischen einen Anteil von 26 Prozent an den Arbeitslosen aus.
Die Unternehmen im Agenturbezirk Rosenheim, der neben Stadt und Landkreis Rosenheim die Kreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, haben der Agentur im Januar 760 zu besetzende Stellen neu gemeldet. Insgesamt sind für den regionalen Arbeitsmarkt 4840 zu besetzende Arbeitsplätze registriert (Vormonat: 5160; Vergleichsmonat des Vorjahres: 4420).