Carmen Jutta Gardill, Fußballfunktionärin

von Redaktion

Wie würden Sie einem Kind Ihren Beruf erklären?

Ich trage die Wünsche und Sorgen von mehr als 200 Fußballvereinen weiter und sorge dafür, dass alle gut zusammenhalten und -spielen. Wenn ein Verein oder ein Mitarbeiter schon ganz lange dabei ist, komme ich zum Gratulieren und bringe Geschenke mit. Leider streiten manchmal Erwachsene und auch Kinder beim Fußballspielen. Da muss ich dann vermitteln, damit das nicht mehr vorkommt. Fußball soll Spaß machen. Da haben Streit und Gewalt nichts zu suchen.

Welchen Traumberuf hatten Sie als Zehnjährige?

Kindergärtnerin – den ganzen Tag spielen!

Wie sieht Ihr persönlicher Traum vom Glück aus?

Nicht mehr arbeiten müssen, trotzdem genug Geld haben und den schönen Chiemgau bewandern und genießen können. Zeit haben.

Mit wem würden Sie gern ein Wochenende auf einer einsamen Insel verbringen?

Niemand bestimmtes. Hauptsache, er oder sie ist praktisch veranlagt, damit wir überleben könnten und genug zu essen hätten – und geht mir nicht auf den Nerv.

Über welche Nichtigkeiten können Sie sich ärgern?

Rücksichtslosigkeit gegenüber den Mitmenschen.

Was fällt Ihnen zu den

folgenden Stichwörtern ein?


Wasser und Brot

Wichtig zum Überleben. Aber Genuss? Nein!

Heimat

Da, wo man sich wohlfühlt.

Alt und Jung

Sollten immer drei Hausecken dazwischen sein!

Eltern

Gut, dass ich sie beide noch habe.

Sieg und Niederlage

Gehören zum Erfolg dazu. Auch Verlieren will gelernt sein.

Erste Liebe

Wird immer etwas ganz Besonderes in der Erinnerung sein.

Gott

Gut, wenn man an etwas glauben kann, egal wie man es nennt.

Grabstein

Trauer gehört zum Leben.

Coca-Cola

Sehr süß – und manchmal notwendig.

Mein Haus, mein Auto, meine Yacht

Angeber, Macho – braucht man das, um glücklich zu sein?

Lebensmotto

Don‘t worry, be happy!

Interview: Alexander Hübner

Zur Person

Aufgewachsen ist sie in Würzburg, im Urlaub blieb Carmen Jutta Gardill (54) schließlich im Chiemgau hängen. Heute lebt die 54-Jährige in Seeon und arbeitet als Beraterin für einen Versicherungsmakler. Mit dem Fußball hatte sie schon als Kind Berührung: Als ihr Onkel Bruno Werner für die Würzburger Kickers in der 2. Bundesliga spielte, fieberte sie auf der Tribüne mit. Zur SpVgg Pittenhart kam sie, weil ihr Sohn dort Fußball spielte. Als Jugendleiterin baute sie mehrere Mädchenmannschaften auf – und wurde für den Bayerischen Fußball-Verband „entdeckt“. Zunächst Kreis-Ehrenamtsbeauftragte, ist sie seit 19. Januar die erste Frau als Vorsitzende des Kreises Inn/Salzach.

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