Rosenheim – Emsige Betriebsamkeit herrschte in den Gängen und Prüfungszimmern der Berufsschule II in Rosenheim, wo der Berufswettbewerb der Auszubildenden in der Land- und Hauswirtschaft stattfand. Bereits ab 7.30 Uhr waren die insgesamt 96 Schüler vor Ort, die sich dem Wettbewerb stellten. Sie erhielten ihre Prüfungsnummern und wurden von Schulleiter Reinhard Pobel in der Aula empfangen.
Im theoretischen Teil mussten die Teilnehmer Fragen des Allgemeinwissens beantworten – die Themen waren gesetzt in deutscher Geografie, Innen- und Außengrenzen oder Details zu einzelnen Bundesländern. Hinzu kamen dann noch berufsbezogene Fragen und Rechnen.
Drei Schwerpunkte
im Visier
Ab 10 Uhr war dann der Praxisteil angesagt. Und da hatten sich die Organisatoren vom Bayerischen Bauernverband und die 36 ehrenamtlichen Prüfer einige interessante Aufgaben einfallen lassen. Drei Schwerpunkte in der Praxis waren abzuarbeiten. Einmal die gestalterische Arbeit in der Metallverarbeitung. Da musste aus zwei unterschiedlich großen Muttern und einer Schraube ein funktionsfähiger Flaschenöffner hergestellt werden.
In der Hauswirtschaft hatten sich die Mädchen am „Salat to go“ kreativ zu versuchen und bei den Bestimmungsaufgaben waren im landwirtschaftlichen Bereich Futtermittel, Saatgut und Holzarten zu bestimmen, während in der Hauswirtschaft die verschiedenen Teile der Essbestecke zu benennen waren. Die Übergänge zu den einzelnen Stationen waren fließend, war die eine Aufgabe gelöst, stellte man sich schon bei der nächsten an und wartete auf Einlass in den jeweiligen Prüfungssaal.
Herrschte bei den Metallverarbeitern eine Atmosphäre wie in der Ausbildungswerkstatt eines großen Industriekonzerns, waren bei den Hauswirtschafterinnen deutlich leisere Töne angesagt. Feine Salate wurden von den jungen Schülerinnen kreiert, wobei sich der Fokus der Prüferinnen nicht nur auf die Salate, sondern auch auf die Verwendung saisonaler und regionaler Produkte, die Vermeidung umweltschädlicher Materialien und auf ein umweltfreundliches Anrichten erstreckte. Letztlich mussten die zuvor gefertigten Speisen oder Werke dann auch vor den jeweiligen Prüfern mit eigenen Worten präsentiert werden.
Für Josef Steingraber, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands in Rosenheim, endete mit dem jetzigen Wettbewerb eine gut sechsmonatige Vorbereitungszeit mit Besprechungen, Abstimmungen mit der federführenden Deutschen Landjugend in Berlin und der Benennung von 36 ehrenamtlichen Prüfern. „Die eigentlich heiße Phase war dann die Zeit, als die Aufgaben aus Berlin kamen, die Rahmenbedingungen geschaffen, die Materialien beschafft und die Termine festgelegt werden mussten“, so Steingraber.
Noch während die einzelnen Praxisaufgaben liefen, wurden schon die Ergebnisse eingesammelt und nach einem von der Deutschen Landjugend ausgewählten Punktesystem bewertet, das bundeseinheitlich ist und für alle Wettbewerbe in den Berufsschulen der Bundesrepublik Deutschland gilt. Die drei Besten in der jeweiligen Kategorie durften sich abschließend über wertvolle Gutscheine freuen, alle anderen Teilnehmer über einen kleinen Sachpreis, natürlich neben der entsprechenden Teilnahmebescheinigung. Die insgesamt drei Punktbesten erhielten dazu eine Einladung zum nächsten Bezirkswettbewerb, die dann bis hin zum finalen Bundesentscheid in Berlin führen kann.
Josef Steingraber sieht den Wettbewerb auch als Chance und berufliche Herausforderung für die jugendlichen Auszubildenden. Denn neben den theoretischen Prüfungsaufgaben, die auch Inhalt der berufsbezogenen Abschlussprüfungen sein können, werden die Schüler mit für sie neuen Situationen und Aufgabenstellungen konfrontiert, die eine schnelle Auffassungsgabe und gegebenenfalls auch Improvisation erfordern. Dazu kommt dann bei der Präsentation ihres jeweiligen Werkes oder der gestellten Aufgabe auch die Schulung der Meinungsäußerung und des Darstellungsvermögens vor anderen.
Drei Sieger aus
jedem Bereich
Schlussendlich wurden in der Schulaula von Schulleiter Reinhard Pobel und Johann Herzog vom Kreisbauernverband die Sachpreise an die jeweiligen drei Sieger vergeben. Im Bereich der Hauswirtschaft war Marlene Schlemer ganz vorne, gefolgt von Andrea Roß und Maria Berger. Bei den Landwirtschaftsschülern war Josef Gartner der Sieger, ihm auf den Fersen waren Robert Gießibl und Leonard Käsweber.