Raubling – Die Entführung eines sechs Monate alten Babys hat die Polizei am Sonntagmorgen gegen 5.50 Uhr beendet. Die Beamten der Grenzpolizeiinspektion Raubling stoppten einen Ford mit dänischem Kennzeichen, der durch die dänischen Behörden bereits zur Fahndung ausgeschrieben war.
Hintergrund war, dass den Eltern, Besitzer des Fahrzeugs, zunächst das Sorgerecht für einen sechs Monate alten Säugling entzogen worden war. Die Eltern nahmen, teilweise unter Anwendung von Gewalt gegen Mitarbeiter der Einrichtung, ihr Kind aus einer Pflegeeinrichtung in Dänemark mit und flüchteten anschließend in Richtung Süden.
Nachdem eine automatische Kennzeichenerkennung bei der Überprüfung des ausgeschriebenen Kennzeichens einen Fahndungstreffer meldete, konnten Beamte der Grenzpolizeiinspektion Raubling das Fahrzeug anhalten und die Eltern aufgrund bereits vorliegender internationaler Haftbefehle verhaften. Das Kind wurde unbeschadet in Obhut genommen und dem zuständigen Jugendamt übergeben.
Haftbefehle
gegen die Eltern
Die Grenzpolizeiinspektion Raubling führt unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein Zweigstelle Rosenheim die weiteren Ermittlungen. Der zuständige Ermittlungsrichter eröffnete die internationalen Haftbefehle gegen die beiden 20 und 34 Jahre alten Eltern. Anschließend wurden die beiden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert.
„Das Bundesverfassungsgericht hat erst kürzlich festgestellt, dass unsere automatisierte Kennzeichenerkennung mit der Verfassung grundsätzlich vereinbar ist“, sagte Polizeipräsident Robert Kopp nach dem Fahndungserfolg der Raublinger Beamten. „Der Einsatz der automatisierten Kennzeichenerkennung sowie das professionelle Vorgehen unserer Schleierfahnder hat im konkreten Fall verhindert, dass der sechs Monate alte Säugling zu Schaden kommt.“re