Raubl,ing – Es geht bei den laufenden Tarifverhandlungen für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst unter anderem um mehr Geld. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, hatte die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. In Pfraundorf versammelten sich deshalb rund 50 Mitarbeiter von Straßen- und Autobahnmeistereien.
Die stockenden Tarifverhandlungen um mehr Geld für die Beschäftigten stieß bei den Teilnehmern des Warnstreiks auf Unverständnis. „Das Geld ist doch da, das Staatssäckel ist voll“, sagt einer, während ein anderer ergänzt: „Zeit, dass sie uns daran teilhaben lassen“ und ein dritter: „Man kann nicht immer die kurz halten, die die eigentliche Arbeit machen“. Ist man sich darin einig, dass die Forderungen der Gewerkschaft gerechtfertigt sind, so gibt es bezüglich der Durchsetzung unterschiedliche Meinungen. Ein Teil vermutet, dass es nur eine Kompromisslösung geben wird. Andere sind da skeptischer: „Was sie uns auf der einen Seite geben, nehmen sie uns doch auf der anderen wieder weg“. Kämpferisch geben sich jene, die ein Ende der Kompromisse fordern. Denn: „Kompromisse schließen wir seit 20 Jahren. Wenn wir uns bei der jetzigen Finanzlage nicht durchsetzen, wann dann“ meint zum Beispiel Peter Jakob.
Genährt wird das Gefühl, man dürfe nicht länger zu kurz kommen, auch dadurch, dass die Bediensteten der Kommunen und Landkreise ihren Tarifabschluss schon hinter sich haben – mit dem Ergebnis einer dreistufigen Erhöhung. Offenbar spielt noch ein anderes Problem eine Rolle, das mit den laufenden Tarifverhandlungen und dem Warnstreik nichts zu tun hat: Es geht um das Gefühl der Unsicherheit, das viele Beschäftigen wegen der geplanten Teilprivatisierung der Autobahnmeistereien haben. Auch wenn Details hierzu noch nicht bekannt sind, den Demonstranten schwant dabei wohl nichts Gutes.
Stellvertretend für viele sei Christian Rankl genannt, der bei der Autobahnmeisterei Rosenheim beschäftigt ist. Er sagt, er habe früher bei der Post gearbeitet und dort schon mal eine Privatisierung durchgemacht: „Man kann wirklich nicht sagen, dass dadurch etwas besser geworden ist, weder für jene, die die Arbeit machen, noch für die Kunden“. Übrigens: Die Autobahn- und Straßenmeistereien fühlten sich trotz Warnstreik dem Bürger verpflichtet. Die Grundversorgung bei Streu- und Räumdiensten blieb gewährleistet.