Söchtenau – Im Tierheim Rosenheim sind am Mittwoch 13 Meerschweinchen gelandet, die in einem Karton an der Straße ausgesetzt worden sind. Laut Andrea Thomas, Vorsitzende des Tierheims, häufen sich im Bereich der Staatsstraße 2095 zwischen Prutting und Bad Endorf, wo die Tiere ausgesetzt worden sind, seit Jahren derartige Funde extrem.
Löcher
im Karton
In einem Karton waren die Meerschweinchen in der Eiseskälte an der Staatsstraße im Bereich der so genannten „Schwaberinger Senke“ abgestellt worden. Der Karton war mit Klebeband verklebt, nur einige Löcher waren eingeschlagen. Der Boden war für die Tiere allerdings mit Stroh ausgelegt. Laut Thomas, hatten die Meerschweinchen auch etwas Futter. Vieles spräche also dafür, dass derjenige, der die Tiere ausgesetzt hatte, damit rechnete, dass sie auch gefunden werden.
Was letztlich auch passierte: Denn eine Autofahrerin (63) aus Pfaffing wurde auf den Karton auffällig und rief die Polizei, nachdem sie Kratz- und Quietschgeräusche wahrgenommen hatte. „Aufgrund der Minusgrade dürften die Tiere wohl keine längere Überlebenschance mehr gehabt haben“, teilte ein Polizeisprecher mit.
Nicht der erste Fall: Thomas spricht von mindestens 100 Kleintieren, die in einem überschaubaren Radius um den jetzigen Fundort in den vergangenen drei bis vier Jahren ausgesetzt wurden und von dort ins Tierheim kamen. Thomas: „das ist absolut auffällig.“ Möglicherweise „entsorge“ hier ein Hobby-Züchter Kaninchen, Hasen oder Meerschweinchen, die er nicht verkaufen könne, so die Vermutung der Tierheim-Vorsitzenden.
Sechs Wochen
in Behandlung
Bei den ausgesetzten Tieren seien auch immer trächtige oder – wie im Fall der jungen Meerschweinchen jetzt – kranke Tiere. Die Meerschweinchen hätten eine Pilzerkrankung und müssten mindestens sechs Wochen medizinisch behandelt werden, so Thomas. „Wenn ich die Kosten überschlage, die das Tierheim mit den Tieren hatte, die immer hier an der Straße zwischen Bad Endorf und Rosenheim ausgesetzt werden, dann geht das sicher in die 1000 Euro.“
Die Polizei Rosenheim hat im Fall der ausgesetzten Nageteire Ermittlungen nach dem Tierschutzgesetz aufgenommen und den Karton sichergestellt, um ihn auf Spuren zu untersuchen.