Weil Einsätze im Gebirge steigen: Ludwig bittet um mehr Polizisten
Bundestagsabgeordnete schreibt Brief an Bayerns Innenminister
Spezialisten an drei Standorten
Rosenheim – Kontinuierlich angestiegen sind im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in den vergangenen Jahren die Einsätze im Gebirge. Die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig hat aus diesem Grund jetzt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann gebeten, die Zahl der Stellen in den Dienststellen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim aufzustocken. „Schon ein Beamter pro Dienststelle wäre eine Entlastung“, sagt Ludwig.
Ihre Bitte untermauert die Abgeordnete mit aktuellen Zahlen. So stiegen beispielsweise die Einsatzstunden des Alpinen Einsatzzuges von 5824 im Jahr 2014 auf 6978 im Jahr 2018 an. Allein im Vorjahr seien noch 6180 Stunden hinzugekommen, die für Fortbildungsmaßnahmen oder Referenten-Tätigkeiten der Polizisten anfielen. Die Statistik weist für die Alpin-Beamten 2014 206 Einsätze aus, im Jahr 2018 waren es bereits 327. Die Zahl der tödlichen Bergunfälle stieg im gleichen Zeitraum von 33 auf 37, die Zahl der Bergunfälle mit Verletzten von 70 auf 128. Wurden die Beamten 2015 zu 25 Vermisstensuchen alarmiert, waren es 2018 schon 41. Ludwig spricht von „einer großen Herausforderung, die für einzelne Dienststellen immer schwerer zu bewältigen ist“.
Die Abgeordnete teilte in einem Gespräch mit Polizeipräsident Robert Kopp dessen Einschätzung, dass die Zahl der Alpineinsätze weiter zunehmen werde. Kopp verglich die Alpine Einsatzgruppe mit einer „Aufrufeinheit“. Werde sie alarmiert, müssten die ihr angehörenden Beamten aus dem Polizeidienst, den sie üblicherweise verrichten, abgezogen werden. Dies stelle insbesondere für kleinere Dienststellen ebenso ein Problem dar wie der Ausgleich der Arbeitszeit, der immer dann fällig wird, wenn ein Beamter während seiner Freizeit zu einem Alpineinsatz beordert werde – ein durchaus üblicher Vorgang. „Oft wissen wir gar nicht, wie lange der Einsatz dauert“, weist Kopp auf ein Problem hin, das sich immer dann stellt, wenn ein Beamter für einen Kollegen einspringen muss, der zu einem Einsatz im Gebirge gerufen wurde.norbert Kotter