Geisterfahrt in den Tod

von Redaktion

85-Jähriger stirbt auf der A8 – Fünf Schwerverletzte

Grabenstätt/Bergen – Ein 85-jähriger Geisterfahrer ist am Mittwochnachmittag auf der A8 in den Tod gefahren. Nach einem Frontalunfall starb der Mann bei Grabenstätt, fünf weitere Personen wurden schwer verletzt.

Es ist etwa 14 Uhr, als dem 85-jährigen Rentner aus dem Landkreis Traunstein das fatale Missgeschick passiert: Er steuert seinen Wagen bei Grabenstätt falsch in die A8 ein – und fährt auf der Fahrbahn nach München in die verkehrte Richtung: nach Salzburg.

Schon Augenblicke später erreicht die Polizei die Mitteilung, dass ein Falschfahrer zwischen Grabenstätt und Anger in falscher Richtung auf der A8 unterwegs ist. Sofort wird alles Notwendige veranlasst: Eine Streife setzt sich in Bewegung, Warnhinweise werden gesteuert. Aber es ist zu spät. Der 85-Jährige kommt nicht mehr weit.

Ein entgegenkommender BMW-Fahrer aus München reißt das Lenkrad in dem zweispurigen Abschnitt zwischen Grabenstätt und Bergen noch reaktionsschnell herum. So kann er eine Frontal-Kollision noch verhindern. Aber der Wagen touchiert den schwarzen
Fiat Panda des Geisterfahrers, wird links komplett aufgerissen, ehe der BMW in die Mittelleitplanke kracht. Der Münchner verletzt sich schwer.

Doch dahinter hat der Fahrer eines VW-Kombis, ebenfalls mit Münchner Kennzeichen, keine Chance mehr: Wie aus dem Nichts taucht der Fiat vor ihm auf, für ein Ausweichmanöver ist es zu spät. Der VW prallt mit voller Wucht mit dem Fiat zusammen. Der 85-Jährige wird aus dem Kleinwagen geschleudert, ist vermutlich sofort tot. Die vier Insassen im VW Caddy verletzen sich nach Angaben eines Polizeisprechers alle schwer, aber nicht lebensbedrohlich. Möglicherweise sind noch weitere Fahrzeuge beschädigt oder von herumfliegenden Teilen getroffen worden. Dazu konnte die Einsatzzentrale gestern Abend noch keine Angaben machen.

Die Rettungskräfte rückten gegen 14.10 Uhr mit einem Großaufgebot aus. Ein Rettungshubschrauber landete an der Unglücksstelle, während ein Polizei-Helikopter das rund 200 Meter lange Trümmerfeld aus der Luft fotografierte. Die fünf Schwerverletzten werden von den Rettungskräften in Krankenhäuser gebracht.

Die Gutachter- und Aufräumarbeiten ziehen sich hin, die A8 musste in Fahrtrichtung München zwischen Bergen und Grabenstätt stundenlang – bis in den Abend hinein – komplett gesperrt werden. Es bildete sich ein langer Stau, die Helfer empfohlen eine Umleitung über die U1, die schnell ausgeschildert wurde. Zeitweise kam der Verkehr auch auf der Gegenfahrbahn zum Stillstand. Dort ist in Richtung Salzburg derzeit der linke Fahrstreifen gesperrt.

Artikel 6 von 11