Landkreis will die BOS erweitern

von Redaktion

Der Landkreis will die Berufliche Oberschule (BOS) Rosenheim erweitern, die wegen seit Jahren steigender Schülerzahlen aus allen Nähten platzt. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss fassten der Schul- und Kreisausschuss in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig.

Rosenheim – Gerhard Kippes, Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Landratsamt, zeigt sich vorsichtig. Wenn alles glatt läuft, kann er sich einen Baubeginn im Frühjahr 2022 vorstellen. Was die Kosten betrifft, geht er von mehr als 20 Millionen Euro aus, die CSU-Fraktionssprecher Felix Schwaller schätzte – Tendenz mit größter Wahrscheinlichkeit steigend. Mehr Details wollte sich der Baufachmann auf Nachfragen aus den Reihen des Gremiums nicht entlocken lassen, schließlich stellt das Votum zunächst nur den Startschuss für einen Planungsauftrag dar. Die Investitionshöhe zwingt den Landkreis laut Kippes zu einem europaweiten Vergabeverfahren.

Stellvertretender Landrat Josef Huber (CSU) nannte die BOS einen „Schulzweig, der sich großartig entwickelt hat“. Zum Beweis führte er an, dass sie schon kurz nach der bisher letzten Erweiterung im Jahr 2008 erneut an ihre Kapazitätsgrenze gelangt sei. Bereits zum Schuljahr 2009/10 wurden zur Aufrechterhaltung des Schulbetriebes deshalb vier Container für die Unterbringung von Klassen benötigt, wie aus einer Stellungnahme der Verwaltung hervorgeht. Kosten: 60000 Euro pro Jahr. Gleichzeitig wurden zur weiteren Entlastung der Schule seit 2010 Schüler aus dem westlichen Landkreis nach Holzkirchen geschickt.

Jetzt verschärft sich die Situation zusehends. Erstens leidet auch die Schule in Holzkirchen längst unter Raumnot und hat bereits wieder Schüler aus dem Landkreis Rosenheim zurückgeschickt, zweitens entwickelt die im Schuljahr 2018/19 eingeführte Ausbildungsrichtung „Gestaltung“ eine wahre Magnetfunktion. Folge: Langfristig werden fünf bis sechs zusätzliche Klassenzimmer, zuzüglich Fachräumen, benötigt.

Wie groß die Raumnot mittlerweile ist, macht Schulleiter Dr. Marko Hunger unter anderem am Lehrerzimmer deutlich. „Das wurde für 30 Personen gebaut, mittlerweile sind wir 110 Kollegen.“ Kreisrat Hans Loy (CSU) merkte an, dass die BOS nicht barrierefrei sei, und bat, diesen Mangel mit der Baumaßnahme ebenfalls zu beheben.

Ob auf dem Schulgelände auch eine Turnhalle errichtet werden soll und zusätzliche Parkplätze vonnöten sind, waren Aspekte, die die beiden Ausschüsse bei ihrer Zusammenkunft nicht abschließend erörterten. Für den stellvertretenden Landrat stand eines allerdings bereits vor der Abstimmung fest. „Wir können es uns gar nicht leisten, die Schule nicht zu erweitern.“

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