Rosenheim – 18605-mal krachte es im vergangenen Jahr in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf und Traunstein sowie in der Stadt Rosenheim. Im Jahr zuvor waren es laut Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, noch fast 400 Unfälle mehr. Allerdings starben 2018 mehr Menschen. Eklatant ist der Anstieg im Landkreis Mühldorf von zwei auf elf. In der Stadt Rosenheim waren es zwei Personen, im Jahr zuvor verunglückte hier niemand tödlich.
Überhöhtes Tempo
die größte Gefahr
Rückläufig waren die Zahlen im Kreis Rosenheim von 19 auf 15 und im Landkreis Traunstein von 16 auf 12. Bei den tödlichen Unfällen spielte laut Pressemitteilung des Polizeipräsidiums überhöhte Geschwindigkeit die größte Rolle: Vier von zehn Verkehrstoten verloren im Straßenverkehr ihr Leben, weil zu schnell gefahren wurde.
Die Zahl der getöteten Radfahrer stieg um 38,5 Prozent. Auffallend ist laut Sonntag die weitere Zunahme von beteiligten Pedelecs und der bei Unfällen mit Pedelecs verletzten Personen um jeweils ein Drittel. Die Zahl der bei Verkehrsunfällen tödlich verunglückten Fahrer von Pedelecs hat sich gar verdreifacht.
Zwar gab es 2018 geringfügig weniger Unfälle, bei denen Alkohol am Steuer die Ursache war, bei schweren Unfällen mit Verletzten oder gar getöteten Personen gehört Alkohol aber nach wie vor zu den Hauptursachen. Angestiegen sind die Verkehrsunfälle nach dem Konsum von Drogen um rund 20 Prozent.
Fußgänger
häufiger beteiligt
Fußgänger waren 2018 wieder häufiger an Verkehrsunfällen beteiligt und wurden auch häufiger verletzt. In beiden Fällen blieb der Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Zahl der getöteten Fußgänger allerdings verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr.
Zu den Hauptrisikogruppen zählen nach wie vor Motorradfahrer. Häufigste Unfallursache: überhöhte Geschwindigkeit. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hat 2015 die „Kontrollgruppe Motorrad“ ins Leben gerufen. Ein Erfolgsmodell, das inzwischen vom Innenministerium in allen bayerischen Polizeipräsidien umgesetzt wurde. Die hiesige „Kontrollgruppe Motorrad“ wird jetzt von 12 auf 14 Polizeibeamte, allesamt begeisterte Biker, aufgestockt. Sie werden vor allem an den stark frequentierten Motorradstrecken gegen Hochrisiko-Biker vorgehen.
Die Zahl der Schulwegunfälle und die Anzahl der dabei verletzten Schüler blieb im Vergleich zu 2017 nahezu unverändert. Drei Schulwegunfälle endeten tödlich.
Bei den Senioren ab 65 Jahren stellt die Polizei eine negative Entwicklung fest. Sowohl die Zahl der getöteten Senioren, als auch die der verletzten Senioren und die der Unfälle, an denen Senioren beteiligt waren, stieg. „Um diese negative Entwicklung umzukehren, werden vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd auch in diesem Jahr kostenlose Sicherheitskurse für Senioren durchgeführt“, kündigt der Sprecher des Präsidiums an. Bei der Risikogruppe der jungen Erwachsenen unter 24 Jahren sind die Zahlen erfreulicherweise signifikant rückläufig.
Kontrollen
in der Planung
Das Polizeipräsidium wird auch 2019 Kontrollen sowie verschiedene Aktionen wie Blitzmarathon, „Fuß vom Gas“, „Ablenkung im Straßenverkehr“, „Sicherheit von Zweiradfahrern“ oder „Rettungsgasse“ durchführen. Denn Polizeipräsident Robert Kopp ist mit der Bilanz 2018 nicht zufrieden: „Es wurden nicht nur mehr Menschen bei Verkehrsunfällen verletzt. Vor allem haben mehr Menschen ihr Leben im Straßenverkehr verloren. Auch bei den Risikogruppen haben sich die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre nicht mehr fortgesetzt. Wir würden es uns zu leicht machen, die Entwicklungen mit zunehmender Mobilität, gestiegenen Zulassungszahlen und einem Jahrhundertsommer zu erklären. Auch wenn alle diese Faktoren einen Einfluss haben – jeder Verletzte, jeder Verkehrstote ist einer zu viel.“ re/syl