Traunstein – Der Wolf war da. Im südlichen Landkreis Traunstein. Das bestätigte jetzt das Landesamt für Umwelt. Ende Januar kam die Meldung, dass ein wolfsähnliches Tier gesichtet worden sei. Entlang der Fährte im Schnee wurde eine Urinmarkierung gefunden und eine Probe für die genetische Analyse genommen, meldet das Landesamt für Umwelt. Das Ergebnis der Analyse durch das nationale Referenzlabor liegt nun vor und bestätigt einen zentraleuropäischen Wolf.
„Alle Erkenntnisse sprechen für einen durchziehenden Wolf“, sagt Michael Reithmeier, Sprecher des Traunsteiner Landratsamtes. Da ein Wolf bis zu 60 Kilometer am Tag laufe, könne das Tier „schon weiß Gott wo sein“. Im Landratsamt seien keine Meldungen von Sichtungen oder Rissen eingegangen, so Reithmeier. Von Sichtungen weiß auch Matthäus Michlbauer vom Traunsteiner Bauernverband nicht. Risse seien zwar bei ihnen gemeldet worden, „da war aber nicht klar, ob‘s ein Wolf oder ein Hund war“.
Jäger halten sich
an Abschussverbot
Von Sichtungen oder Rissen weiß auch Josef Haiker, der Vorsitzende der Kreisjäger nichts. Seine Verbandsmitglieder hätten nichts gemeldet. Weiter beschäftigen sich die Jäger nicht mit dem scheuen Raubtier: „Der Wolf ist tabu, es gilt ein strenges Abschussverbot, an das wir uns halten. Es sei denn die Regierung erlässt eine Ausnahmeregelung.“