Raubling – 786 Heimat- und Volkstrachtenvereine, die in 22 Gauverbänden zusammengeschlossen sind, sind im Bayerischen Trachtenverband organisiert, der 161365 Mitglieder aufweist. Hinzu kommen noch über 100000 Jugendliche. Erfreulich ist aus Sicht des Landesvorsitzenden der Trachtler, Max Bertl, dass es bei den jugendlichen Mitgliedern steigende Zahlen gibt. Bei der Tagung in Raubling befassten sich die Teilnehmer dennoch intensiv mit dem Mitgliederschwund im vergangenen Jahrzehnt.
Wie Landesvorsitzender Max Bertl bei der zweitägigen Frühjahrstagung des Landesausschusses im WWK-Schulungszentrum in Raubling informierte, seien gesellschaftliche Veränderungen und der Rückgang der Bereitschaft, verantwortungsvolle Ehren- und Führungsämter zu übernehmen, die Hauptgründe für den Mitgliederrückgang und die Auflösung von Vereinen.
„Hier wollen wir gegensteuern und den Vereinen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Individuelle Lösungsmöglichkeiten können wir in persönlichen Beratungsgesprächen finden“, so Bertl, der sich über eine hohe Akzeptanz der Trachtenbewegung durch den Frei-staat und in der Öffentlichkeit freut. Dies ist auch die Basis dafür, dass der Trachtenverband in seinem für sieben Millionen Euro erstellten Trachtenkulturzentrum im niederbayerischen Holzhausen demnächst den Ausbau des Museumsbereiches anpacken kann, der gut eine Million Euro kostet.
Steigende Teilnehmerzahlen
Armin Schmid als Vertreter der Trachtenjugend berichtete, dass im Vorjahr sowohl im Jugend-Bildungshaus als auch bei den Seminaren steigende Besucher- und Teilnehmerzahlen erreicht werden konnten. „Damit einhergehend ist auch die Anzahl der Fortbildungen gestiegen, derzeit haben wir 1332 qualifizierte Jugendleiterinnen und Jugendleiter, mit steigender Tendenz“, so Schmid.
Zusammen mit dem Bayernbund treibt die Trachtenjugend auch das Projekt Heimatkundeunterricht voran. Die nächsten gemeinsamen Aktionen sind im Ostallgäu, in Kelheim, in der Oberpfalz und in Traunstein geplant.
Lob vom Raublinger Bürgermeister
In einem Grußwort würdigte stellvertretender Landrat Josef Huber die Arbeit der Trachtler. „Ihr feiert nicht nur großartige Feste, Ihr mischt Euch auch positiv ein, wenn es darum geht, die Kirche im Dorf zu lassen.“ Auch Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger zollte Respekt. „Hut ab vor Eurer ehrenamtlichen und wichtigen Arbeit zum Wohl der Heimatpflege.“ Huber sagte den Trachtlern zu, die Jahrestagung 2020 des Bayerischen Trachtenverbandes mit dem Bayerischen Inngau als Gastgeber in Oberaudorf zu unterstützen.