Stephanskirchen – Die Geschäfte des Maschinen- und Betriebshilfsringes Rosenheim (MR) laufen solide, wie die Jahreshauptversammlung der Vereinigung zeigte. Diese hat nach einer Vakanz nun einen neuen Geschäftsführer. Bei der Versammlung gab es zudem Ehrungen und ein Referat von Alois Wohlfahrt, dem Blogpartner von Bauer Willi, zum Thema „Bauer Willi haut auf den Putz“.
Auf ein umtriebiges Jahr konnte der MR-Vorsitzende Josef Moser zurückblicken – mit Gebietsversammlungen, einem Mitgliederausflug und Informationen zum Hopfenanbau in der Hallertau, Betriebshelfertreffen, dem Landschaftspflegetag am Landwirtschaftsamt und einer Reise nach Südfrankreich.
Am bereits länger geplanten Umzug der Büroräume wird noch gearbeitet, wie Moser erklärte. „Es ist nicht so einfach, die passenden Räume zu finden“, meinte er. Man sei jedoch bei zwei Optionen in Gesprächen. Umso mehr freute sich der MR-Vorsitzende, Florian Hötzelsperger als neuen Geschäftsführer präsentieren zu können: „Er ist ein junger Mann, dem wir es zutrauen und der es sich selbst auch zutraut.“
Praxiszeiten auf
dem elterlichen Hof
Der 25-jährige Priener hat eine landwirtschaftliche Ausbildung, kann Praxiszeiten auf dem elterlichen Hof und als Betriebshelfer vorweisen. Er besuchte die Technikerschule Triesdorf, war in der Land- und Forstwirtschaft ebenso wie im Baubereich und am Landwirtschaftsamt Pfaffenhofen an der Ilm tätig.
Anfang Oktober 2018 begann er seine Arbeit als Geschäftsführer des Maschinenrings. Von dessen Ergebnissen ist er beeindruckt. Man könne „auf die Umsätze der letzten Jahre stolz sein“. 2018 etwa betrug der Verrechnungswert rund 11,37 Millionen Euro (2017: 11,47). Ein wichtiger Baustein sei dabei die Betriebshilfe mit 1,15 Millionen Euro (minus neun Prozent). Sie entwickle sich jedoch leider rückläufig. „Einige Höfe werden größer, andere verschwinden“, war Hötzelspergers Erklärung. Aufgrund lukrativer Sätze sei eine Arbeit als Betriebshelfer dennoch attraktiv, warb er.
Weitere große Umsatzposten des Rings waren: Futterbau und Strohernte mit 4,86 Millionen Euro (plus zwei Prozent), Futtermittel mit 1,13 Millionen Euro (minus sechs Prozent), Körnerernte und -aufbereitung mit 926938 Euro (plus zehn Prozent), Organische Düngung mit 638873 Euro (plus 13 Prozent) und der Bereich Transport mit 563009 Euro (gleichbleibend).
Die Umsätze der Maschinenring-Tochtergesellschaft RO-MR seien „a bissl eingebrochen“, da Grünflächenaufträge der Deutschen Bahn nicht mehr beauftragt worden seien. Ein genaues Ergebnis liege aufgrund noch ausstehender Rechnungen für 2018 bisher nicht vor, so Hötzelsperger. 2017 beliefen sich die Umsätze auf rund 1,7 Millionen Euro.
Loferer: „Beide Seiten sollen profitieren“
Dass auch der Kreis vom MR und der Tätigkeit der hiesigen Betriebe angetan sei, betonte die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer. Der Landkreis habe Aufträge an die Landwirte über den Landschaftspflegeverband abgegeben. Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit gelte es noch herauszufinden. „Schließlich sollen beide Seiten profitieren“, fand Loferer.
Im Anschluss freute sich Moser auf den Hauptvortrag des Abends. Referent Wohlfahrt widmete sich dem Thema Öffentlichkeitsarbeit, die er seit 2015 mit seinem Blogpartner „Bauer Willi“ im Internet betreibt. Die Seite beschreibt landwirtschaftliche Themen aus Sicht eines Bauern. Über den reichweitenstärksten bäuerlichen Blog in Deutschland wurde bereits vielfach medial in unterschiedlichen Zeitungen und Zeitschriften sowie im Fernsehen berichtet. Wohlfahrts Devise: die Landwirte müssen mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, glaubwürdig und emotional. „Wir müssen die Gefühle unserer Mitmenschen ansprechen“, forderte er.
Bei der Versammlung gab es auch Ehrungen. Margit Frischhut wurde für ihre 30-jährige Mitarbeit gewürdigt, Luise Wörndl für ihre 15-jährige Tätigkeit, Hans Neumayer und Martin Pfaffinger für ihr Engagement bei der Werkzeugaufbewahrung für Bodenproben. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Prealeitn Musi.Martina Fischer