Bruckmühl – Eine nächtliche Feier am Mangfallufer hat am Donnerstag mit einer tödlichen Tragödie geendet: Ein 67-jähriger Mann aus dem westlichen Landkreis Rosenheim stürzte in Hinrichssegen (Gemeinde Bruckmühl) gegen 1.30 Uhr in den Fluss und dürfte ertrunken sein. Nach stundenlanger Suche entdeckten Taucher der Wasserwacht dann am späten Vormittag eine männliche Leiche – etwa 200 Meter weiter flussabwärts an der zweiten Mangfallbrücke, die von Hinrichssegen nach Götting führt.
Dass es sich bei dem Toten um die vermisste Person handelt, konnten Kripo-Ermittler bis gestern Abend nicht zweifelsfrei bestätigen. Das Opfer dürfte aber der 67-jährige Mann sein, der während der Feier plötzlich verschwunden war. „Zur endgültigen Klärung der Todesumstände sind noch weitere Ermittlungen und Untersuchungen in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin in München erforderlich“, sagte dazu Carolin Hohensinn, Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.
Nach Erkenntnissen unserer Zeitung hatte sich der 67-Jährige am Mittwochabend mit mehreren Personen, ausschließlich Erwachsene, zu einer kleinen Feier am Mangfallufer unterhalb des Friedhofs in Hinrichssegen getroffen. Die Stelle ist nach Angaben von Anwohnern speziell im Hochsommer ein beliebter Treff. Immer wieder werden dort im Flussbett Lagerfeuer angezündet, ein paar herumliegende Baumstämme bieten willkommene Sitzgelegenheiten.
So machte es sich auch die kleine Gruppe am Lagerfeuer gemütlich, es wurde etwas gegessen und getrunken. Mitten in der Nacht war der 67-Jährige dann plötzlich verschwunden. Laut Zeugenangaben war er ohne Fremdeinwirkung in die eiskalte Mangfall gefallen und untergegangen. An der Unglücksstelle könne ein erwachsener Mann stehen, sagen Anwohner. Aber die Strömung sei dort stark, es gebe glitschige Steine und Felsen – und etwas weiter flussabwärts eine tückische Senke.
Gegen 1.30 Uhr setzte die Gruppe am Donnerstag den Notruf ab. Sofort lief ein Großeinsatz an: Polizei, Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienst suchten nach dem Vermissten. Eine Hubschrauber-Staffel flog den Fluss von oben ab, wurde in der Nacht aber ebenso wenig fündig wie mehrere Bootsbesatzungen.
Gleichzeitig holten die Einsatzkräfte mitten in der Nacht zahlreiche Anwohner an der Mangfall aus ihren Betten – in der Hoffnung, dass sich der Mann ans Ufer retten und irgendwo untergekommen sein könnte. Manche Bewohner waren allerdings schon wach, bevor die Polizei klingelte. „Ich wurde durch das flackernde Blaulicht der Fahrzeuge geweckt, die alle auf der neuen Brücke standen“, berichtet ein Anwohner. Doch auch das „Klinkenputzen“ der Einsatzkräfte verlief ergebnislos. Niemand hatte den Vermissten gesehen.
Im Morgengrauen rückten die „Edelweiß-Retter“ neuerlich mit dem Hubschrauber an, der später sogar auf dem Deich landete. Indessen suchten Taucher der Wasserwacht im Fluss weiter. Noch am Vormittag entdeckten sie auf Höhe der neuen, erst im April 2018 freigegebenen Brücke einen leblos im Wasser treibenden Mann. Für ihn kam leider jede Hilfe zu spät.
Ersten Ermittlungen zufolge deutete am Donnerstag alles auf einen Unglücksfall hin. Der Kriminaldauerdienst der Kripo Rosenheim hatte noch in der Nacht am Unglücksort die Ermittlungen übernommen, die derzeit vom Fachkommissariat 1 fortgeführt werden. Unter anderem wird die Polizei dabei prüfen, ob dem Unglück nicht doch ein Handgemenge oder Streit vorausgegangen ist. Die Zeugenbefragungen seien noch nicht abgeschlossen, hieß es gestern.