Rosenheim – Als der 50000. Besucher an der Kasse sein Ticket für die Messe Rosenheim löste, war das Wochenende für Peter Kinold endgültig perfekt: „Das ist ein Mega-Erfolg. Damit hatten selbst wir im Vorfeld nicht gerechnet.“ In die Freude mischte sich bei dem Geschäftsführer der Kinold-Ausstellungsgesellschaft auch jede Menge Erleichterung: „Nach dem durchwachsenen Jahr 2017 mit nur 37000 Besuchern wussten wir heuer nicht genau, wo wir stehen.“ Die Verkürzung von neun auf vier Tage sowie die neue inhaltliche Ausrichtung vor zwei Jahren habe in Verbindung mit dem schwachen Besucherzuspruch erste Zweifler auf den Plan gerufen. Mancher Aussteller habe im Vorfeld angekündigt, er werde es heuer ein letztes Mal probieren. „Spätestens am Samstag hat sich die Stimmung dann gedreht“, sagt Kinold. „Und der Sonntag war das Sahnehäubchen oben drauf.“ Bei der Bewirtung stieß die Logistik an ihre Grenzen, der Andrang sei schlicht zu groß gewesen.
Die Besucherzahl ist für Kinold allerdings nur eine Säule des Erfolgs. Die andere ist die Stimmungslage bei den Ausstellern: „Deren Zufriedenheit liegt bei über 90 Prozent. Das erreicht man nur, wenn die Besucher Kauflust und Kaufkraft mitbringen. Beides war hier in Rosenheim der Fall.“ Anders ausgedrückt: „Nach dem Systemwechsel 2017 ist der Knoten heuer geplatzt.“
Zudem sieht Kinold viele Signale für eine positive Zukunft: „Zum ersten Mal waren Aussteller und Besucher aus dem Raum Salzburg und Freilassing auf der Messe. Früher wurden wir da gar nicht wahrgenommen.“ Auch die Idee, mit sogenannten Gastkarten die Kunden der Firmen direkt anzusprechen, habe sich bewährt. Und nach einem eher verhaltenen Kartenvorverkauf sei die Nachfrage am Samstag und Sonntag regelrecht explodiert. „Das zeigt, dass sich der positive Eindruck der ersten beiden Tage herumspricht und die Berichterstattung gelesen wird.“ Nicht zu vergessen: das perfekte Messewetter.
Das spiegelte sich gestern auch in der Fußgängerzone beim verkaufsoffenen Sonntag wider: „Die Läden waren voll, die Messe war voll“, sagt Reinhold Frey, Vorsitzender des Wirtschaftlichen Verbandes Rosenheim. Den Eindruck, Messe und Einkaufssonntag könnten sich gegenseitig Besucher wegnehmen, hatte Frey nicht. Ganz im Gegenteil: „Gerade wer von außerhalb kommt, besucht beides. Da ergeben sich Synergieeffekte, keine Konkurrenzsituationen.“
Auch die Bilanz seines Verbandes als ideeller Träger der Messe fällt sehr positiv aus. „Die Mischung stimmt, da ist für jeden etwas dabei“, sagt Frey. „Selbst die Kinder haben eine eigene Halle und damit gute Argumente, mit den Eltern auf die Messe zu gehen.“ Einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der Kinold-Ausstellungsgesell- schaft stehe deshalb nichts im Wege. „Wir haben schon weniger erfolgreichere Tage überstanden, da halten wir jetzt an der über viele Jahre gewachsenen Partnerschaft natürlich fest.“ Ideen und Verbesserungsvorschläge für 2021 hat Peter Kinold bereits in der Schublade: Sie reichen von einer schöneren Gestaltung der Eingangsbereiche über die Themen „Barrierefreies Wohnen“ und Sicherheit in Haus und Unternehmen bis hin zu einem eigenen Bereich für Landwirtschaft und gesunde Ernährung. „Wir werden an den richtigen Schrauben drehen“, sagt der Messeorganisator. „Jetzt, da wir wissen, dass die Richtung stimmt.“