Im Reich der Erfinder

von Redaktion

80 Teilnehmer beim sechsten „Make‘n Create“ an der Rosenheimer Hochschule

Rosenheim – Bereits zum sechsten Mal organisierte das Rosenheimer Labor die Veranstaltung „Make‘n Create“ an der Hochschule. 24 Stunden hatten die 80 Studenten Zeit, sich eine Erfindung zu überlegen und einen Prototypen zu bauen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

Vor Xiaoyin Kouy (30) auf dem Tisch liegt ein Stück orangefarbener Filz, darauf eine Holzplatte. In der linken Hand hält sie einen Zettel und vergleicht kritisch die abgebildete Skizze mit dem Gebilde vor ihr. „Das wird ein Stuhlschrank“, sagt sie. In anderen Worten: ein Schrank zum Draufsetzen. Der orangefarbene Filz ist als Oberfläche gedacht. Bis der angebracht werden kann, dauert es aber noch. Die 30-Jährige studiert Innenarchitektur und ist zum ersten Mal beim „Make‘n Create“ dabei.

Ihr gegenüber sitzt Xian Chen (24). Die beiden kennen sich schon länger. Chen baut einen Tisch mit extra Seitenfächern und hat nach eigenen Worten „total viel Spaß“ dabei.

Einen Raum weiter arbeiten Ilaria Guglielmetti (27) und Veronika Behle (26). Guglielmetti näht eine Laptoptasche aus Filz. Und wenn danach noch Zeit ist, will sie sich an Topflappen ausprobieren. Behle war bis jetzt jedes Jahr dabei. Heuer sei es aber das letzte Mal. Das Studium ist beendet. „Ich bin unheimlich traurig. Das ‚Make‘n Create‘ gehört für mich einfach dazu“, sagt sie. Am besten gefalle ihr, dass man sich überall ausprobieren kann.

Begeistert von der Veranstaltung sind auch Louisa Blankenstein (24) und Christine Waldleitner (27). Die beiden studieren Physiotherapie und bauen an einer sogenannten Wurmbox. Die soll, wenn fertig, zum Kompostieren auf den Balkon. Den beiden gefalle es vor allem, weil sie so viel Unterstützung bekommen.

Lob wie dieses hört Tobias Gerteis gern. Der 29-jährige Informatiker gründete das Rosenheimer Labor und hatte die Idee zu der Veranstaltung, die auch von den OVB-Heimatzeitungen unterstützt wird. „Die Stimmung ist super“, sagt er und fügt hinzu: „Ich glaube so gut wie heuer, war es noch nie.“ Sein Favorit unter den Erfindungen: der Grilllator, eine Kombination aus Rollator und Grill. Erfunden von Florian Heißwolf (21), Daniela Bantel (25) und Anna Bochnia (24). Die Besonderheit: Der Grillator verfügt über eine Bierkastenhalterung, eine Unterbeleuchtung und einen externen Ventilator. Die Idee: „Der Grill kann schon auf dem Weg zu Freunden eingeheizt werden“, sagt Bantel. Den Rollator haben die drei durch Zufall auf dem Rosenheimer Wertstoffhof gefunden. „Wir haben momentan viele Einzelteile, die am Ende des Tages hoffentlich alle zusammenpassen“, zeigt sich Heißwolf optimistisch. Auch für den 21-Jährigen ist es heuer das letzte Mal.

Ob die Veranstaltung erneut stattfindet, steht laut Gerteis noch nicht fest – auch wenn es schon jetzt zahlreiche Interessierte gibt.

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