Rott/Haag – 7.20 Uhr: Start in Griesstätt. Da der Weg über die B15 nach Rosenheim aufgrund der Sperrung im Bereich Rott nicht möglich ist, geht es über die Dorfumgehung Richtung Vogtareuth – flüssig, trotz deutlich mehr Lkw als sonst, die über die Griesstätter Brücke auf die Staatsstraße geleitet wurden. Kurz vor dem Ortseingangsschild von Stephanskirchen steht der Verkehr auf einmal – weitaus früher als sonst im morgendlichen Staugebiet Schloßberg.
7.43 Uhr: Vier Ampelschaltungen später geht es an der T-Kreuzung in die Salzburger Straße Richtung Rosenheim. Durch sie zwängt sich eine Blechschlange, die von Gehering bis zur Innbrücke reicht. Stoßstange an Stoßstange stehen die Wagen der sichtlich genervten Pendler. In der Limousine auf der gegenüberliegenden Straßenseite hämmert ein Anzugträger auf dem Weg zur Autobahn wütend auf sein Lenkrad ein. Uns überholt auf dem Gehweg eine junge Mutter mit Bollerwagen. Sie transportiert ihre beiden Buben zum Kindergarten. Gefährlich nah kommt ihr ein Pkw, der einem Notarztwagen mit Blaulicht Platz machen möchte.
8.08 Uhr: Endlich geht es den Schloßberg herunter – gemeinsam mit einem Bus, in dem Kinder mit Schulranzen sitzen. Sie kommen heute definitiv zu spät zum Unterricht. In der Innstraße auf Höhe des Autohauses steht der Verkehr wieder.
8.20 Uhr: Rosenheims Innenstadt ist geschafft. Über Westerndorf St. Peter geht es hinaus auf die B15 Richtung Landshut. Vor Schechen weisen große Warnschilder mit auffällig blinkenden LED-Schriftzügen darauf hin, dass jetzt die Umleitung für den gesperrten Fahrbahnabschnitt im Bereich Rott beginnt. Der Pendlerverkehr hat nachgelassen, die Brummis übernehmen das Kommando. Eingeklemmt zwischen zwei Großlastern fährt der kleine Mini über Deutelhausen Richtung Tattenhausen. Durchschnittstempo: 60, schneller geht es nicht, Überholen ist selten möglich, denn die Lkw haben sich jetzt schon wie Perlen an einer Kette aneinandergereiht. Bei Ostermünchen auf Höhe des Gasthofs „Zur Post“ kommt die Karawane ins Stocken. Bedrohlich schwankend nimmt manch langer Lastzug die enge Kurve. Bei Lampferding (Tuntenhausen) erfordert der Begegnungsverkehr besonderes Fahrkönnen. Nur eine Handbreit ist Platz zwischen zwei Lastern. In Dettendorf (Bad Feilnbach) schrammen die Brummis vor dem Redaktionswagen nur knapp an einer Straßenmauer vorbei.
9 Uhr: Rott ist erreicht. Im Ortszentrum steuern Pkw-Fahrer direkt zur B15, Lkw-Lenker müssen weiter Umwege über Pfaffing und Edling – mitten durch die Dorfzentren, vorbei an Schulwegen – fahren, denn sie passen nicht durch die Eisenbahnunterführung.
Das OVB-Redaktionsauto fährt weiter Richtung zweiter Sperrung auf der B15: Bei Soyen ist Schluss, die Karawane zieht mitten durch das Dorf. Herausforderung für die Lkw, die noch immer die Herren der Straße sind: die enge Kurve von der Allee- in die Dorfstraße. Weiter geht es über die zu dieser Uhrzeit eher verschlafen wirkenden Dörfer – entlang schmaler Straßen mit Berg- und Talstrecken. In Lengmoos (Gars) ist die Fahrbahn zu klein, um den Umleitungsverkehr aufzunehmen: Eine Ampel lässt die Fahrzeuge immer nur auf einer Spur durch. Die Anlieger sind erleichtert: Sie hatten angesichts immer wieder feststeckender Lastwagen zur Selbsthilfe gegriffen und den Verkehr per Handzeichen in den Stoßzeiten geregelt.
Nach Lengmoos geht es sogar etwas schneller voran. Vorbei an Maitenbeth, Albaching, Rechtmehring und Edling geht es flüssig zurück nach Wasserburg. Einziger Halt: der Bahnübergang Reitmehring, wo das Warten noch länger dauert als sonst.
10 Uhr: Die Altstadt ist erreicht.
Fazit: Durch die Doppelsperrung verlängert sich die gefahrene Strecke, die laut Routenplaner etwa 80 Kilometer beträgt, auf 115 Kilometer. Pendler, die zwischen Rosenheim und Haag unterwegs sind, sollten bedeutend mehr Fahrzeit einplanen. Wer sich in Geduld übt, findet sich dank lückenloser Ausschilderung gut zurecht. In den Osterferien wird außerdem eine Entspannung der Lage erwartet. Bald ist zudem der Spuk vorbei: Das Staatliche Bauamt will bei Lengdorf bis zum 4. Mai fertig werden, bei Haag bis zum 26. April.