Kolbermoor/Tuntenhausen – Der Streit um eine Entlassung bei der Firma Frischpack (Gemeinde Tuntenhausen), der an der Staatsstraße in Kolbermoor öffentlich ausgetragen wird (wir berichteten), geht in eine neue Runde. Nun steht dort der Anhänger wieder – mit neuen Plakaten: „Nichtbezahlung der Umziehzeit = Lohnbetrug? Prozess gegen Frischpack“ steht auf der Rückseite des Wagens. Von der Frontseite grüßt ein Osterhase mit dem Text „Für menschenwürdige Lohn- und Arbeitsbedingungen!“
Aufgestellt haben den Hänger Monika Anzill, entlassene Frischpack-Mitarbeiterin, und ihr Lebensgefährte Lothar Steinert, der auf dem Firmengelände Hausverbot hat. Der Verstoß gegen das Hausverbot wird von der Firma als Grund für die fristlose Kündigung angeführt. Gegen den Rauswurf zog die langjährige Maschinenführerin vor das Rosenheimer Arbeitsgericht.
Kurz nach dem Aufstellen wurde die angeschraubte Tafel mit dem Osterhasen abgerissen, mit Fußabdrücken verdreckt und in den Straßengraben geworfen. „Wir haben sie gereinigt und wieder montiert“, so Anzill und Steinert. Die Kolbermoorerin hat wiederholt und öffentlich die Arbeitsbedingungen im Betrieb kritisiert und der Firma im Zusammenhang mit der Vergütung der Umziehzeiten (also der Zeit, die zum Anlegen der Arbeitskleidung erforderlich ist) „brutale Ausbeutermethoden“ vorgeworfen. ls