Schwarzenberg als mahnendes Beispiel

von Redaktion

Erhöhte Waldbrandgefahr: Zwei kleinere Feuer gelöscht – Beobachtung aus der Luft

Rosenheim/Bad Endorf/Prutting –Dass die fast schon sommerlichen Temperaturen, gepaart mit ausbleibendem Niederschlag, auch ihre Schattenseiten haben, ist in der Region in den vergangenen Tagen deutlich geworden: So mussten die Feuerwehren sowohl in Bad Endorf wie auch in Prutting kleinere Waldbrände löschen. Auch der Landkreis hat auf die steigende Waldbrandgefahr reagiert und das Entzünden von Daxenfeuern verboten.

Passant alarmiert

die Rettungskräfte

Ein aufmerksamer Wanderer hatte am gestrigen Dienstag in einem Waldstück am Rande der Moorbadstraße in Bad Endorf Rauch bemerkt und gleich die Feuerwehr sowie die Polizei alarmiert. Nachdem die Einsatzkräfte das Ausmaß des Brandes zunächst nicht genau abschätzen konnten, wurde vorsichtshalber ein Hubschrauber angefordert, der jedoch noch vor dem Eintreffen wieder umdrehen konnte, wie die Polizei gegenüber unserer Zeitung mitteilte.

Denn die Feuerwehr hatte den Schwelbrand auf einer Waldfläche von 40 auf fünf Metern schnell im Griff, weitere Brandherde konnten per Wärmebildkamera schnell ausgeschlossen werden. Was zum Brand geführt hatte, ist bislang nicht klar. „Dass kann eine weggeworfene Zigarette, ein heißer Autoauspuff, aber auch eine Glasscherbe gewesen sein, die das Sonnenlicht gebrochen und dadurch Gras in Brand gesteckt hat“, sagte ein Polizeisprecher auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Bereits am Vortag mussten Feuerwehrmänner in einem Waldstück im Pruttinger Ortsteil Spieln mit Löschwasser eingreifen, nachdem ein 17-Jähriger, der zufällig mit seinem Fahrrad am Waldstück vorbeigefahren war, eine Rauchsäule bemerkt und die Feuerwehr verständigt hatte. Dort hatten sich die Flammen, die durch eine unbeaufsichtigte und verlassene Grillstelle ausgelöst worden waren, bereits auf einer Fläche von rund zehn Quadratmetern ausgebreitet. Die Polizeiinspektion Rosenheim hat hier Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung aufgenommen.

Daxenfeuer

vorerst verboten

Um die Gefahr weiterer Brandherde zu minimieren, hat der Landkreis Rosenheim das Abbrennen sogenannter Daxenfeuer verboten. Das Verbot gelte vorerst bis morgigen Donnerstag, könne aber auch darüber hinaus verlängert werden, teilte die Behörde mit.

Das Landratsamt betonte zudem, dass aufgrund des hohen Waldbrandrisikos – derzeit gilt Gefahrenstufe 4 von 5 – offenes Feuer in Wäldern absolut verboten sei. Wer ein Lagerfeuer entzünden will, muss nach Angaben der Behörde einen Mindestabstand von 100 Metern zum nächsten Wald einhalten.

Warnungen, die letztlich nicht von ungefähr kommen: hatte doch ein Waldbrand am Schwarzenberg bei Oberaudorf im Sommer vergangenen Jahres über Tage die Region in Atem gehalten. Immer wieder hatten Winde dort einen Waldbrand entfacht und Hunderte Einsatzkräfte Tag und Nacht beschäftigt, ehe Entwarnung gegeben werden konnte (wir berichteten).

Doch nicht nur das Landratsamt, auch die Regierung von Oberbayern hat auf die Waldbrandgefahr reagiert und daher eine Luftbeobachtung angeordnet. Geflogen werden die Beobachtungseinsätze von ehrenamtlichen Piloten der Flugbereitschaft Oberbayern der Luftrettungsstaffel Bayern zunächst noch bis zum morgigen Donnerstag immer nachmittags – unter anderem vom Stützpunkt in Mühldorf aus.

Entspannung

zum Wochenende?

Dass die Waldbrandgefahr für die Region sinkt, damit ist nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zunächst nicht zu rechnen. Laut DWD könne der Waldbrandgefahrindex in Teilen der Region morgen sogar auf die höchste Stufe 5 heraufgesetzt werden. Erst für Samstag geht der Deutsche Wetterdienst – auch aufgrund sinkender Temperaturen und prognostizierter Regenfälle – von einer deutlichen Entspannung der Lage aus. So ist laut einer DWD-Karte in der gesamten Region am Wochenende mit Stufe 1 – also der niedrigsten Gefahrenstufe – zu rechnen.

Von der Zigarette bis zum Parkplatz

Das Landratsamt Rosenheim hat für Waldbesucher Warnhinweise herausgegeben, um die Gefahr eines Waldbrands zu minimieren. So sollten Zigarettenkippen nicht weggeworfen werden, auch darf aufgrund des Brennglaseffekts kein Glas liegengelassen werden. Bei Ausflügen in die Natur mit dem Auto sollten Ausflügler zudem nur ausgewiesene Parkplätze nutzen, da heiße Katalysatoren Grasflächen entzünden können. Wer einen Brand oder Rauchentwicklungen bemerkt, soll sich sofort über die Notrufnummer 112 an die Integrierte Leitstelle in Rosenheim wenden.

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