Aschau – Durch eine Whatsapp-Nachricht seines Sohnes Patrick, der ebenfalls Schauspieler ist, hatte er am Dienstag vom Krebstod seiner Kollegin Hannelore Elsner (76) erfahren: „Es war ein Schock für mich“, erinnert sich Christian Wolff, Schauspieler aus Aschau, an die traurige Meldung. Hatte er doch in zahlreichen Fernsehserien und Filmen mit Elsner vor der Kamera gestanden.
2016 gemeinsam
vor der Kamera
Erst vor drei Jahren hatte Wolff, der jahrelang den Förster Martin Rombach in der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“ verkörperte, den Kinofilm „Hannas schlafende Hunde“ mit Elsner gedreht. Für den 81-Jährigen, der seit gestern in der Komödie „Kerle im Herbst“ in Hamburg auf der Bühne steht, immer ein besonderes Erlebnis. „Sie hatte einfach die Gabe, mit ihrem Spiel die Leute zum Lachen, aber auch zum Weinen zu bringen“, sagt Wolff. Er teilte Stimmen, Elsner sei eine sehr schwierige Person gewesen, nicht. „Ich habe sie immer als sehr freundlich und liebvoll kennengelernt.“
Besonders in Erinnerung geblieben ist Wolff ein gemeinsamer Auftritt in der ZDF-Serie „Das Traumschiff“. In Folge 24 aus dem Jahr 1994 mit Ziel Dubai hatte Elsner nämlich eine ganz besondere Rolle inne – als Interimskapitänin des Urlaubsdampfers. „Da hat sie den Männer wirklich gezeigt, wo es langgeht“, erinnert sich Wolff und lacht.
Auch an den ersten gemeinsamen Dreh, den deutschen Liebesfilm „Alt Heidelberg“ aus dem Jahr 1959, kann sich der Schauspieler aus Aschau noch gut erinnern. Während er damals in einer der Hauptrollen besetzt war, spielte Elsner eine Nebenrolle, die der gebürtigen Burghauserin erste Schritte im Filmbusiness ermöglichte. „Ich war später ja eher in vielen Fernsehserien daheim, während Hannelore die großen Hauptrollen übernahm“, sagt der heute 81-Jährige ohne jeglichen Neid auf die steile Karriere der „Diva“: „Diese Rollen hatte sie sich mit ihrer Qualität einfach auch verdient.“
Dass der Tod Elsners eine große Lücke im deutschen Film hinterlässt, steht für Wolff außer Frage. Doch auch persönlich hat ihn die Nachricht vom Tod der 76-Jährigen schwer getroffen. „Ich habe mir erst jüngst einen Film angesehen, in dem ich mitgespielt habe, alle anderen Schauspieler in den größeren Rollen aber bereits tot sind“, beschreibt Wolff, der nach derartigen Todesnachrichten auch immer wieder über das eigene Dasein nachdenkt. Wolff: „Da wird es langsam einsam um einen herum.“
Auf die Verstorbene angestoßen
Daher freut sich der 81-Jährige auch darüber, dass er jetzt mit drei langjährigen Weggefährten auf der Bühne des Winterhuder Fährhauses bei Hamburg steht. Dienstagabend, wenige Stunden, nachdem ihm Sohn Patrick die Nachricht über Elsners Tod geschickt hatte, saßen Wolff und seine Co-Schauspieler Horst Janson und Max Schautzer in einem Lokal zusammen. Wolff: „Wir alle haben Hannelore gekannt, so konnte jeder eine Geschichte zu ihr beitragen. Am Ende haben wir gemeinsam auf sie angestoßen.“