Rosenheim/Miesbach – „Danke, dass ihr uns eure Tiere gezeigt habt“, bemerkte Franz Gasteiger, Zuchtleiter des Fleckvieh-Verbandes Miesbach, zu Recht. Beim Kälberaufzuchtwettbewerb hatten die Azubis der Landwirtschaftsschule Rosenheim ganze Arbeit geleistet. Das galt sowohl für ihre sauber hergerichteten Tiere, die sie im Ring der Miesbacher Oberlandhalle vorführten, wie auch für die Leittexte über die Aufzucht, die ebenso in die Bewertung mit einflossen.
Als erstes erfolgte die Kälberpräsentation, die sich auch die Familien und Lehrherren der Schüler nicht entgehen lassen wollten.
Gasteiger fungierte zusammen mit Korbinian Rödig, dem Vorsitzenden der Jungzüchter Rosenheim, als Preisrichter.
Beide hatten keine einfache Aufgabe. Bewertet wurden Eindruck und Entwicklung des Kalbes (maximal 15 Punkte), die Vorführung (zehn Punkte) und der Pflegezustand (zehn Punkte). 27 Lehrlinge hatten ihre Tiere mit nach Miesbach gebracht, zehn Kälber wurden auf dem Ausbildungsbetrieb bewertet. Das war dann notwendig, so eine potenzielle Ansteckungsgefahr mit Flechten bestand.
Bei der Präsentation der schönen Tiere gab es viel Anerkennung. „Der Pflegezustand ist sehr gut bis hervorragend“, befand Gasteiger. Scheren, Waschen, Putzen – alles sei höchst sorgfältig erfolgt, die Kälber bis zu den Klauenspitzen sauber. Zudem seien diese gut abgerichtet worden, wie das Führen in der Halle zeige.
Nach den ersten fünf Gruppenrunden schafften es die besten elf Kälber in den Endentscheid. Dabei erreichten alle 34 Punkte. Nuancen waren für die besten drei Platzierungen ausschlaggebend. Nach langer Bewertung einigten sich die Preisrichter auf die Sieger. Das waren Rupert Gießibl, Dominikus Tafertshofer und Josefine Benesch.
Über den Grund für den engen Kampf an der Spitze freute sich auch Landwirtschaftsamtsleiter Wolfgang Hampel: „Lauter bombig hergerichtete und gut geführte Kälber.“ Das Engagement erkannte auch der Miesbacher Zuchtverbandsvorsitzende Johann Rauchenberger lobend an. Viel Mühe hätten sich die Azubis des dritten Lehrjahres gegeben. Und gerade, weil es in der Landwirtschaft derzeit nicht einfach sei, fand er: „Wir brauchen solche Leute wie euch, die ihre Sache positiv machen.“ Dazu gab es auch noch einen Vorschlag des Rosenheimer Kreisobmannes Josef Bodmaier. Die Lehrlinge sollten doch gerne Handybilder vom Wettbewerb in den sozialen Medien verbreiten. „Das ist Öffentlichkeitsarbeit par excellence“, fand er.
Differenzierte Leittexte
In die Gesamtwertung des Wettbewerbes floss auch noch die Dokumentation zur Kälberaufzucht ein. Fünf Azubis konnten hier das Bestresultat von 65 Punkten erreichen, wie Korrektor Burkhard Eysell vom Landwirtschaftsamt erklärte. Durchaus beeindruckt war er dabei von sehr differenzierten Leittexten. Wie zu erwarten, gab es hier auch ein enges Ringen um die Bestleistung. Die erreichten mit jeweils 99 Punkten Magdalena Freiberger aus Babensham vom Ausbildungsbetrieb Konrad Spagl in Soyen und Martin Eisner aus Bad Feilnbach, der im Ausbildungsbetrieb Martin Wimmer in Feldkirchen-Westerham beschäftigt ist.Martina Fischer