Bad Aibling – Am 1. Mai ist es so weit: Dann sind die bisherige Schön Klinik Harthausen mit Schwerpunkt Orthopädie, Endoprothetik, Wirbelsäulenmedizin, Fußzentrum und Geriatrie sowie die Schön Klinik Bad Aibling mit Schwerpunkt Neurologie an der Kolbermoorer Straße unter einem Dach vereint.
Zwar herrscht in den Gängen und Räumen des Neubaus noch geschäftiges Treiben – Handwerker, Reinigungskräfte, Techniker legen überall noch letzte Hand an. Doch ist bei den Klinikmitarbeitern keine Spur von Nervosität zu erkennen: „Wir haben alles von langer Hand vorbereitet und sind bestens gerüstet“, erklärt die geschäftsführende Direktorin Dr. Kerstin Eisenbeiss bei einem Rundgang mit unserer Zeitung.
Nicht nur von der Klinik am Dr. Wilhelm-Knarr-Weg in Harthausen ziehen derzeit Patienten und Personal wenige hundert Meter weiter an den Standort der künftigen neurologisch-orthopädischen Fachklinik an der Kolbermoorer Straße. Auch innerhalb des Bestands- und Neubaus wechseln zahlreiche Patienten Stationen und Betten.
Dabei kommt vor allem den Intensiv-Patienten ein Höchstmaß an Betreuung zu: Angeschlossen an Beatmungsgerät und Co. werden sie im Beisein von Ärzten, BRK und Pflegekräften vom Dachgeschoss des Bestandsbaus behutsam in den neuen Trakt gebracht.
45 statt bisher 30 Intensivpatienten können künftig betreut werden – in geräumigen Einzelzimmern im Erdgeschoss. Diese sind jeweils mit Sichtfenstern ins Nachbarzimmer ausgestattet, um den Pflegekräften die Übersicht zu erleichtern. „Das war ein Wunsch aus den Reihen unserer Mitarbeiter“, sagt Dr. Eisenbeiss. Wie dieser Trakt wurden auch alle anderen Räumlichkeiten in enger Absprache zwischen Bauabteilung sowie den Ärzten, Pflegern und Therapeuten entwickelt.
„Effizienz und kurze Wege“ lautete dabei die Devise. Dies verdeutlicht Professor Klaus Jahn, Chefarzt der Neurologie, am Beispiel der Schlaganfallversorgung auf der sogenannten Stroke Unit: „Hier zählt jede Minute für den ankommenden Patienten. Der neue Computertomograf befindet sich direkt neben dem Schlaganfallraum, in unmittelbarer Nähe der Liegendanfahrt. Dadurch verlieren wir auch im Haus nicht unnötig Zeit.“
Auch die vier neuen Operationssäle wurden intensiv mit den späteren Nutzern geplant. Sie verfügen alle über Tageslicht. „Das ist beileibe keine Selbstverständlichkeit“, weiß Professor Roland Wetzel, Chefarzt des Gelenkzentrums. Die erste Operation soll laut Geschäftsführerin Daniela Cleven bereits am 2. Mai erfolgen – am Tag nach der offiziellen Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus am Mittwoch.
Und auch in allen anderen Bereichen wird man gerüstet sein – sei es in den vier akutmedizinische Stationen, im Fußzentrum oder in derneuen Tagesklinik für Schmerzpatienten. Das Personal wurde seit Langem auf diesen Tag hingeführt: „Es gab Arbeitsgruppen, Workshops für Abteilungsleiter, Führungen durch den Neubau und OP-Trockenübungen, aber auch gemeinsame Feste, Ausflüge und ,Countdown‘-Notizen zum Neustart“, schildert Daniela Cleven.
Heilungsfördernde Architektur
Dass im Neubau auf eine sogenannte heilungsfördernde Architektur mit viel Tageslicht und freiem Ausblick in die Natur geachtet wurde, kommt Cleven zufolge durch die Farbgestaltung, helles Holz und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze auch den Mitarbeitern zugute. Begonnen worden war mit dem durch den Freistaat Bayern teilweise geförderten 60-Millionen-Euro-Projekt im Juni 2016. Auf einer Grundfläche von 18000 Quadratmetern entstand der dreigeschossige Neubau mit Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeversorgung.