Rosenheim – Das Jagdwesen im Landkreis Rosenheim ist auf einem gutem Kurs. Denn im Rückblick auf das vergangene halbe Jahr musste Vorsitzender Franz Sommer auf der Jahresversammlung der Jägervereinigung Rosenheim keine Probleme ansprechen. Es gab aber Neuigkeiten.
Gutachten beinhaltet unverbissene Pflanzen
Zum Beispiel sollen die Verbiss- und Vegetationsgutachten auf eine neue Basis gestellt werden. Laut Sommer ein Fortschritt. Denn: Auch unverbissene Pflanzen werden nunmehr berücksichtigt. Es gehe schließlich darum, dass die waldbaulichen Ziele sichergestellt würden, sagte Sommer. Zu einer vernünftigen Beurteilung der Situation aber reiche die bisher übliche Aufnahme allein des Verbisses nicht aus, erst in der Kombination mit den unverbissen gebliebenen Bäumen ergebe sich das korrekte Bild. Eine Tatsache, die für den Landkreis Rosenheim keine aktuellen Auswirkungen hat, da hier die Situation im grünen Bereich liege.Ansonsten konnte es Sommer bei einigen Appellen zur weiteren Optimierung des Jagdwesens belassen. So bat er die Mitglieder, die Wichtigkeit eines Jagdhundes für eine weidgerechte Jagd nicht zu unterschätzen: Wenn nach einer Statistik nur noch etwa jeder dritte Jäger einen brauchbaren Jagdhund habe, so sei das einfach zu wenig. Ein weiteres Anliegen bezog sich auf eine verstärkte Bejagung von Fuchs, Marder und Rabenkrähen.
Hierbei griff Sommer einen Hinweis aus der Versammlung auf: Demnach haben Wiesenbrüter wegen des Überhandnehmens der Prädatoren, also ihrer Fressfeinde, an manchen Orten keine Chance mehr. Sommer hierzu: „Ich weiß, dass diese Jagd zeitaufwendig ist. Aber wir können das Fehlen von Fasanen und Hasen nicht immer nur beklagen, und allein der modernen Landwirtschaft anlasten. Wir müssen unseren Teil dazu tun und den Jagddruck auf deren Prädatoren aufrechterhalten“. Die neue Vorstandschaft, seit vergangenem Herbst im Amt, hat sich gut eingearbeitet und auch die Finanzen solide im Griff, wie die Kassenprüfer bestätigten. Laut Vorsitzender Sommer sollen die Jägertreffen vor allem Gelegenheit bieten, sich untereinander auszutauschen. Das sei die Voraussetzung dafür, etwaige Probleme als solche zu erkennen und daraus neue Anregungen entwickeln zu können.
Fütterungsverbot im Vertrag nicht haltbar
Die Gelegenheit zum Austausch wurde in Happing von den gut 120 Anwesenden rege ausgenützt. Thema bei den Gesprächen an den einzelnen Tischen war stets auch der vergangene harte Winter und damit verbunden die Frage nach der Fütterung des Wildes, die durchgängig für unerlässlich gehalten wurde. Nicht zuletzt deswegen, weil das Wild wegen der Schneehöhe an Triebe kam, die normalerweise unerreichbar sind. Etliche Fotos von Jungbäumen mit verbissenem Leittrieb machten die Runde. Hier sei eine vernünftige Fütterung der einzig mögliche Versuch, gegenzusteuern. Sommer dazu: „Das Verbot zur Fütterung in manchen Jagdpachtverträgen ist einfach nicht haltbar“. Ein weiteres Thema am Rande war die Frage nach dem Auftreten des Wolfes.
Gentests trennen Fakten von Gerüchten
Sieben bis acht Verdachtsfälle, wo Wild gerissen wurde, gibt es laut Jägerinformation im Landkreis. Um hier Fakten von Spekulationen und Gerüchten trennen zu können, wünschten sich die Anwesenden mehr Unterstützung von amtlicher Seite – zum Beispiel durch Gentests, die dann einwandfreie Klarheit brächten. Die Frasdorfer Jagdhornbläsergruppe begleitete die Versammlung musikalisch. Johannes Thomae