Riedering – Nach dreieinhalbjähriger Ausbildung war es jetzt soweit und die 41 Prüflinge aus der Winterprüfung 2018/2019 und die sechs Sommerprüflinge 2018 der Spengler-, Sanitär- und Heizungstechnikinnung konnten feierlich freigesprochen werden. Obermeister Gerhard Hardrath stellt den frisch gebackenen Junggesellen beste Chancen auf einen Arbeitsplatz in Aussicht, da sie laut einer Studie zu den sogenannten Mangelberufen in Deutschland gehören.
Steigende Erwartungen
Ab jetzt sind die jungen Gesellen Facharbeiter. Das bedeutet, ab jetzt müssen sie für das berufliche Handeln Verantwortung übernehmen und den Betrieb mit Fach- und Sachverstand unterstützen. Dass das Lernen mit dem Gesellenbrief keinesfalls ein Ende hat, stellte der Obermeister heraus. Denn die Erwartungen an den Berufsstand seien gestiegen. „War noch vor Jahren Erd- oder Flüssiggas das gefährlichste Medium, so geht es heute auch um sensible Themen wie Trinkwasserhygiene“, betont Obermeister Gerhard Hardrath.
Er wünschte den Absolventen, „dass sie ihren Beruf mit Herz und Verstand ausüben“, bevor er das Wort an den Ehrenobermeister Ludwig Ziereis übergab: „Mit dem Abschluss der Prüfung habt Ihr den Gesellenbrief als Zertifikat für Euer Können erhalten“, sagte Ziereis.
Nach einem filmischen Querschnitt durch die verschiedenen Prüfungsstationen richtete Patrick Eder, Vertreter der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, das Wort an die jungen Gesellen: „Das Handwerk ist ein wichtiger Kunde für uns, da wir auf Regionalität setzten.“ Die stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier ist „der Überzeugung, dass Handwerk goldenen Boden hat, aber auch Gold im Boden hat.“ Die Ausstattung der Berufsschule Bad Aibling sei brilliant und der Schwerpunkt werde auf die berufliche Ausbildung gelegt. Ihr größter Wunsch sei, dass die Gesellen dem Handwerk und der Region treu bleiben.
Kreishandwerksmeister Gerhard Schloots zog einen Vergleich zum Leistungssport, in dem Durchhaltevermögen und Kampfgeist gefordert sind. Jürgen Ersing, Schulleiter der Berufsschule Bad Aibling, erhob das Glas auf die Absolventen und sprach von einem „Feiertag“ für ihn und alle, die an den drei Jahren Ausbildung beteiligt waren. Er vergleicht das Berufsleben mit einem Marathon. Das Training für das Berufsleben ist die Schulzeit und Ausbildung, hier lernt man auch mit Unwegsamkeiten umzugehen.
Felix Loch
als Stargast
Lehrlingswart Klaus Gantner stellte die Auswertung der Prüfung in Zahlen vor und hatte die ehrenvolle Aufgabe, die Freisprechung der Junggesellen und Junggesellin mit dem historischen Spruch vorzunehmen.
Startgast des Abends war der mehrfache Olympiasieger und Goldmedaillengewinner Felix Loch. In einer Talkrunde zusammen mit den Innungsoberen spannten die Teilnehmer einen Bogen vom Handwerk zum Sport.
Wie einige seiner Vorredner lobte Prüfungsausschussvorsitzender Josef Gantner nicht nur die Prüflinge selbst, sondern auch die Ausbilder, Lehrer und Eltern, die sie in der Ausbildungszeit unterstützt haben. Besonders stellte er heraus, dass es dieses Jahr eine Besonderheit gegeben hätte, die zuvor noch niemand geschafft hätte. Michaela Eberl hat sowohl in der Theorie als auch in der Praxis mit der Note Eins abgeschlossen.
Zum Abschluss wurden die Gesellenbriefe verteilt. Besonderen Anlass zur Freude hatten Innungssiegerin Michaela Eberl vom Ausbildungsbetrieb Christian Eberl aus Ebersberg, Johann Maximilian Bernpaintner als Zweiter, Ausbildungsbetrieb Peter Prankl in Rosenheim, und Martin Ametsbichler vom Ausbildungsbetrieb Ernst Wagner in Rosenheim als Dritter.