Schechen – Der verheerende Großbrand auf Gut Heiming ist vermutlich durch eine achtlos weggeworfene Zigarette ausgelöst worden. Zu diesem Ergebnis sind jetzt die Brandfahnder der Kripo Rosenheim nach umfangreichen Ermittlungen gekommen.
Der „unsachgemäße Umgang mit Rauchzeug im Bereich eines Pferdestalles“ sei mit hoher Wahrscheinlichkeit die Brandursache gewesen, hieß es gestern. Die Ermittler haben eine tatverdächtige Person ausfindig gemacht, die „auf dem Hof als Besucher anwesend war“, teilte Stefan Sonntag, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, am Freitag mit. Ob es sich bei dieser „Person“ um eine Frau, einen Mann oder einen Jugendlichen handelte, wollte die Kripo nicht sagen. Gegen den Raucher beziehungsweise die Raucherin ermitteln nun Staatsanwaltschaft und Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung.
Wie berichtet, hatte der Großbrand vor zehn Tagen den Pferdehof samt Reithalle und Ställen dem Erdboden gleich gemacht und einen Schaden von mehreren Millionen Euro angerichtet. Das Feuer war am Mittwoch vor einer Woche gegen 16.30 Uhr ausgebrochen. Bei großer Trockenheit und starkem Wind erfasste der Brand in Minutenschnelle alle Gebäude der großen Anlage, die auf halbem Weg zwischen Schechen und Tattenhausen liegt.
220 Feuerwehrmänner kämpften stundenlang – einige sogar die ganze Nacht hindurch – gegen das Feuer. Bei den Löscharbeiten wurden zwei Feuerwehrmänner leicht verletzt.
Relativ schnell war den Brandfahndern des Kripo-Kommissariats K1 klar, dass das Feuer im Reitstall ausgebrochen sein muss. In dem Bau befand sich jede Menge Stroh und Heu, auch die Futtersilos auf dem Betonflachdach waren voll. Von diesem Stall aus hatten Zeugen die ersten Rauchschwaden aufsteigen sehen. Der zu sorglos weggeworfene Zigarettenstummel, der noch glimmte, dürfte dort die Katastrophe ausgelöst haben.
Glücklicherweise konnten alle 40 Pferde auf dem Hof noch rechtzeitig auf die Koppeln getrieben werden. Sie blieben unverletzt. Doch vom Pferdehof selbst war fast nichts mehr zu retten. Deshalb stehen die meisten Pferde jetzt zum Verkauf.
Den Schaden schätzt die Kripo auf mindestens vier Millionen Euro. Wer für das Mega-Desaster aufkommen muss, ist offen. Bei Großbränden, die durch den unvorsichtigen Umgang mit Zigaretten ausgelöst werden, können Versicherungen fahrlässige Brandstifter jedoch mit hohen Schadenersatzforderungen erfolgreich in Regress nehmen.